Soros Welt
George Szamuely, New York Press - 22.8.2000

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[Des Kaisers Neue Kleider]

In der vergangenen Woche stürmten 900 NATO-Soldaten unter Führung der UNO ein Schmelzwerk in Zvecan in Kosovo und schlossen es. Nach Angaben des Chefs der UNO-Verwaltung (UNMIK) Bernard Kouchner überstiegen die Bleiwerte des Werks – Teil des riesigen Trepca-Bergwerkkomplexes, der Gold, Silber, Blei, Zink und Kadmium produziert – über das 200-fache der Normen der WHO (Weltgesundheitsorganisation). „Ich wäre verantwortungslos, wenn ich diese Bedrohung der Gesundheit von Kindern und schwangeren Frauen weiter zuließe", gab er bekannt.

Es wäre interessant zu wissen, wie der Franzose dreinschaute, als er das sagte. Kouchner führt die Provinz im Auftrag einer NATO, die das Gebiet mit Streubomben und Geschossen mit abgereichertem Uran verseucht hat, unter deren Hoheit rund 200.000 Serben vertrieben worden sind, die Brücken in die Donau gebombt hat, die ohne Skrupel chemische Fabriken bombardiert hat, aus denen ganze Wolken giftiger Dämpfe in die Atmosphäre gelangt sind. Die Bewohner der Stadt Kosovska Mitrovica – besonders die Frauen – zeigten ihre übliche Undankbarkeit ihren Wohltätern gegenüber, indem sie sie mit Steinen bewarfen. Trepca ist der größte Arbeitgeber von Serben in Kosovo und Jugoslawiens größter Exportbetrieb. Die Protestierer wurden á la Los Angeles behandelt: mit Tränengas und Gummigeschossen.

Die jugoslawische Regierung bestreitet Kouchners Behauptungen – und wie sich mittlerweile herausgestellt hat, sagt Jugoslawien bedeutend öfter die Wahrheit als die NATO. Die Besetzung von Zvecan gibt der UNMIK die Kontrolle über die Bergwerke von Trepca. Es wurde bereits ein Abkommen mit einer Gruppe von großen Bergwerksgesellschaften, dem ITT Kosovo Consortium, über die Sanierung des Komplexes unterzeichnet. Rund 16 Millionen $ wurden bereitgestellt von EU, USA, Frankreich, Italien, Holland und Schweden.

UNMIK hat natürlich keinerlei Recht, anderen ihr Eigentum wegzunehmen. Diese Einrichtung wurde durch die Resolution 1244 des UNO-Weltsicherheitsrates ins Leben gerufen; merkwürdig genug, ist darin über Diebstahl kein Wort zu finden. Den NATO-Gepflogenheiten entsprechend erliess Kouchner im letzten Jahr einfach eine Verordnung: „UNMIK soll bewegliches und unbewegliches Eigentum einschließlich Gelder, Bankkonten und anderes Eigentum verwalten, das der Bundesrepublik Jugoslawien oder der Republik Serbien oder deren Einrichtungen gehört oder auf deren Namen registriert ist, soweit es sich in dem Gebiet Kosovo befindet."

Interessant zu erfahren, dass die Übernahme von Trepca von ihm bereits im vergangenen November von der International Crisis Group (ICG) verlangt worden ist. Die ICG, in den Medien durchgehend als „unabhängiges" und „privates" Forschungsinstitut hingestellt, wird weitgehend finanziert und betrieben vom Milliardär George Soros. Wie „unabhängig" dieses Institut ist, kann man schon daran ersehen, dass in seinem Vorstand Louise Arbour, ehemalige Chefanklägerin der von der NATO inszenierten Verhöhnung der Rechtssprechung, des „Internationalen Tribunals für das ehemalige Jugoslawien", sowie Wesley Clark, der oberste Bombardierer des Jahres 1999 sitzen. Finanzielle Unterstützung kommt auch von den Regierungen Frankreichs, Großbritanniens und der USA.

Die ICG ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Menschenrechtsorganisationen, Regierungen und multinationale Gesellschaften heute "Hand in Handschuh" zusammenarbeiten. „Unparteiliche" Figuren wie Soros stellen eine „Krise" fest, die unverzügliches Einschreiten der Regierung erfordert. Regierungen reagieren darauf und schanzen dann Soros und seinen Freunden die lukrativen Verträge zu. Der Trepca-Bericht beginnt bereits mit den üblichen tendenziösen Behauptungen: „Die Zukunft von Trepca ist von größter Bedeutung für die Identität der Kosovaren. Sein großer Reichtum an Bodenschätzen bildet die Grundlage der Wirtschaft Kosovos, aber die Anlage ist schlimm heruntergewirtschaftet durch zu geringe Investitionen und zu hohe Ausbeutung durch die Regierung in Belgrad ... Trepca ... ist die Berliner Mauer Kosovos. Lange ist es für die Kosovoalbaner gestanden als Symbol für die serbische Unterdrückung und ihren eigenen Widerstand." Deswegen sollte „UNMIK die schnelle und endgültige Übernahme von Trepca durchführen, einschließlich der unmittelbaren und völligen Schließung der umweltschädlichen Anlagen von Zvecan." Von einer Übergabe der Bergwerke an die Kosovoalbaner ist gar nicht die Rede. Vergessen wir die vielen Arbeitsplätze für die ansässige Bevölkerung. Trepca soll saniert und in der Folge unter ausländische Investoren aufgeteilt werden.

Der Bericht stellt mit Genugtuung fest, dass die UCK durchwegs auf dem neuesten Stand sei, soweit es um die Auslieferung Kosovos an internationale Finanzmagnaten gehe. George Soros hat zahllose Institute und Stiftungen in die Welt gesetzt, die sich alle mit der Förderung seiner nebulösen Vorstellungen einer „offenen Gesellschaft" befassen. Lässt man die pompöse Wortwahl weg, laufen seine Ankündigungen darauf hinaus, dass erleuchtete Geschäftsmänner wie er selbst und erleuchtete Regierungen mit der richtigen globalistischen Perspektive sich gegenseitig behilflich sein sollten. Zum Teufel mit nationaler Souveränität.

Glücklicherweise entspricht diese Vorstellung ganz und gar der der Clinton-Regierung. Was natürlich auch Soros sehr zugute kommt. Letztes Monat gab das Management des Soros-Privatvermögens bekannt, dieses werde 50 Millionen $ am Balkan investieren. Die US Overseas Private Investment Corp. wird die Ausfallshaftung für weitere 100 Millionen $ an Investitionen übernehmen. Die Soros-Investition wurde aus 16 Bewerbern auserwählt.

Vergangenen Dezember veranlasste die Clinton-Regierung, dass die US-Export-Import Bank die Genehmigung von Kreditgarantien über 500 Millionen $ an die russische Gesellschaft Tyumen Oil hinauszögerte, nachdem westliche Investoren einschließlich Soros sich beschwert hatten, sie seien angeschwindelt worden. Die US-Export-Import Bank stellte fest, dass das Darlehen ihren finanziellen Richtlinien entsprach. Nach einem Gespräch mit Soros wurde bekannt gegeben, es sei nicht im „nationalen Interesse", „derzeit" das Kreditverfahren fortzusetzen. Jetzt kommt die Beschlagnahme von Trepca. Darüber, wozu unsere Gesellschaft „imstande" ist, bleiben kaum noch Fragen offen.

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