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[Des Kaisers Neue Kleider]


Die USA vertreten einen eigennützigen Standpunkt in ihren Beziehungen in der ganzen Welt

Michael Schwartz, Daily Bruin, U. California-Los Angeles, 14.2.2001

LOS ANGELES - Als ich vor einigen Wochen die Los Angeles Times las, stieß ich auf einen Artikel über Colin Powers neuen Zugang zur Außenpolitik. Laut diesem Artikel halte Powell sich an "Unilateralismus" und "Exzeptionalismus".

Gemäß dieser neuen Doktrin dürfen die Vereinigten Staaten von Amerika grundsätzlich tun was sie wollen, denn unsere hochentwickelte Demokratie stellt uns moralisch wie politisch über den Rest der Welt und nimmt uns von internationalen Regeln und Abkommen aus. Wir brauchen uns nicht um Standards zu kümmern, die wir anderen auferlegen, etwa in Sachen Nuklearwaffen oder vorbeugende militärische Angriffe. Im wesentlichen besagt diese Doktrin: "Weil wir die Vereinigten Staaten von Amerika sind, ist alles, was wir tun in Ordnung."

An diesem Tag war in der L.A.Times auch detailliert beschrieben, wie wir den südkoreanischen Diktator in der 60er Jahren unterstützt haben sowie die Unterstützung des CIA für den Staatsstreich, der den chilenischen Diktator General Pinochet 1973 an die Macht brachte. Pinochet war verantwortlich für die Ermordung zehntausender Menschen in der Zeit seiner Schreckensherrschaft.

Der Historiker Howard Zinn sagte einmal, der Nationalismus ist "eine Mischung von Glaubenssätzen, die jeder Generation beigebracht werden, gemäß denen Mutterland oder Vaterland Objekte der Verehrung seien und wird zu einem brennenden Anliegen, für das einer den Willen entwickelt, die Kinder anderer Mutter- und Vaterländer zu töten."

Es liegt auf der Hand, dass Colin Powell sich nicht um die hunderttausende Menschen kümmert, die mit Bomben der Vereinigten Staaten von Amerika ermordet worden sind. Auf eine Frage nach der Anzahl der im Krieg getöteten Iraker antwortete der gute General: "Es ist wirklich nicht die Zahl, die mich besonders interessiert." Darüber würde sich George Orwell kaum wundern, der einst gesagt hat: "Der Nationalist mißbilligt nicht nur nicht die von seiner Seite begangenen Gräueltaten, er hat sogar die höchst bemerkenswerte Fähigkeit, nicht einmal davon zu hören."

1996 stellte ein Amnesty International-Bericht fest, dass "in der ganzen Welt, an jedem Tag, ein Mann, eine Frau oder Kind Gefahr läuft, entführt, gefoltert, ermordet oder "verschwunden" zu werden durch Regierungen oder bewaffnete politische Gruppierungen. In der überwiegenden Anzahl dieser Fälle sind die Vereinigten Staaten von Amerika mit verantwortlich."

Es wurde einmal gesagt, "ein Terrorist ist einer, der eine Bombe hat aber keine Luftwaffe." Es ist leicht, die Schrecken und Zerstörungen zu vergessen, die derzeit durch Kriege verursacht werden, die in den Medien wie Videospiele präsentiert werden. Die Anzahl der Länder, die von den Vereinigten Staaten von Amerika bombardiert worden sind, ist unglaublich.

Die Liste seit 1945 lautet: China 1945-46, Korea und China 1950-53 (Koreakrieg), Guatemala 1954, Indonesien 1958, Kuba 1959-1961, Guatemala 1960, Kongo 1964, Peru 1965, Laos 1964-73, Vietnam 1961-73, Kambodscha 1969-70, Guatemala 1967-69, Grenada 1983, Libanon 1983-1984, Libyen 1986, El Salvador 1980s, Nikaragua 1980s, Iran 1987, Panama 1989, Irak 1991-2001, Kuwait 1991, Somalia 1993, Bosnien 1994-1995, Sudan 1998, Afghanistan 1998, Jugoslawien 1999.

Sie sollten sich fragen, warum wir das tun. Geht es darum, "Demokratie und Frieden" zu fördern? Ich glaube das nicht. Die Vereinigten Staaten von Amerika wollen Millionen Menschen töten, um ihre wirtschaftlichen Interessen in der ganzen Welt zu schützen. So einfach ist das. Ging es im Golfkrieg etwa um "Demokratie" oder ging es um Öl?

Sogar Politiker sagen manchmal die Wahrheit über die Ziele, um die es uns geht. George Kennan, der Direktor für die politische Planung für das Außenministerium der Vereinigten Staaten von Amerika sagte:

"Wir besitzen 50 Prozent des Reichtums der Erde, aber nur 6,3 Prozent ihrer Bevölkerung . In dieser Situation schaffen wir es nicht, nicht das Ziel von Neid und Vorurteilen zu werden. Unser wirkliches Bestreben in den kommenden Jahren wird es sein, ein System von Beziehungen zu entwickeln, das uns erlauben wird, diese Position der Ungleichheit zu erhalten."

Heute ist die ungleiche Verteilung des Reichtums noch höher und noch immer tun wir alles, was wir tun können, um diese "Position der Ungleichheit" zu erhalten. Ich möchte anhand von einigen Beispielen aufzeigen, wie die Vereinigten Staaten von Amerika internationale Gesetze völlig ignorieren und was das für die Menschen bedeutet, die dadurch zu Opfern werden.

Schauen wir zuerst nach Nikaragua. Unter dem Druck der Vereinigten Staaten von Amerika und ihren Contra-Handlangern mehrere Jahre hindurch reichte Nikaragua 1984 eine Klage beim Internationalen Gerichtshof, dem obersten Gericht der UNO in Den Haag auf Unterlassung der ständigen Angriffe ein. (Dieser Gerichtshof hat nichts mit seiner Nachäffung durch die USA/NATO-Kriegsverbrecher zu tun, die mit Hilfe gewisser Damen wie Louise Arbour und - der aus der "neutralen" Schweiz kommenden - Karla DelPonte in der Art des Nazi-Volksgerichtshofs unter Freisler als Verhöhnung jeglicher Rechtssprechung betrieben wird.d.Ü.)

Der Gerichtshof urteilte 1986, dass die Vereinigten Staaten von Amerika eine Reihe von internationalen Gesetzen verletzten und stellte fest, Washington sei "verpflichtet, alle diese (feindlichen) Handlungen einzustellen" und "verpflichtet, der Republik Nikaragua Gutmachung für all das zugefügte Unrecht zu leisten."

Washington verminderte weder seine feindseligen Aktivitäten gegen Nikaragua noch bezahlte es jemals auch nur einen Cent Wiedergutmachung. Elliott Abrams, Staatssekretär im Außenministerium unter Reagan spielte eine wesentliche Rolle bei der Neuschreibung der Geschichte schon während diese gemacht wurde. Er fand die besten Deckmäntelchen für die Schreckenstaten, die Tag für Tag von den Contras und den anderen Verbündeten und Freunden der Vereinigten Staaten von Amerika in Zentralamerika begangen wurden. "Wenn die Geschichte geschrieben wird," stellte er fest, "werden die Contras Volkshelden sein." (L.A.Weekly, 9.März 1990)

Neueren Datums ist der Bombenüberfall auf Sudan in Afrika. Die Medikamentenfabrik El-Shifa hatte die medizinische Selbstversorgung des Sudan von weniger als 5% auf über 50% gesteigert und produzierte rund 90% der Medikamente, die zur Behandlung der schlimmsten Krankheiten in diesem bitter armen Land benötigt wurden.

Aber am 20. August 1998 erachteten die Vereinigten Staaten von Amerika es für notwendig, über ein Dutzend Tomahawk Cruise Missiles in diese Fabrik zu jagen, um von einem Moment auf den anderen die Menschen im Sudan dieser Errungenschaft zu berauben. Washington behauptete, diese Fabrik produziere chemische Waffen.

Aber die Vereinigten Staaten von Amerika konnten keine einzige ihrer Beteuerungen beweisen, während jedes Beweisstück und jede Aussage von Experten ihre Behauptungen über chemische Waffen kategorisch widerlegte ("The Missiles of August", The New Yorker 12. Oktober 1998). Wir werden nie erfahren, wie viele Menschen jetzt wegen der fehlenden Medikamente sterben werden.

Madeleine Albright zeigte ihren Mangel an Gefühlen für Menschen in einem Interview in "60 Minutes".

"Wir haben gehört, dass eine halbe Million Kinder gestorben sind," sagte die "60 Minutes"-Reporterin Lesley Stahl, als sie auf die Sanktionen der Vereinigten Staaten von Amerika gegen Irak zu sprechen kam. "Ich meine, das sind mehr Kinder als in Hiroshima gestorben sind. Und - und was sagen Sie, ist dieser Preis gerechtfertigt?" Ihr Gast, im Mai 1996 noch UNO-Botschafterin der Vereinigten Staaten von Amerika Albright sagte: "Ich denke, es ist eine sehr schwere Entscheidung, aber der Preis - wir denken, der Preis ist gerechtfertigt."

Millionen Menschen sind im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika getötet worden. Warum? Um die wirtschaftliche Vorherrschaft über den Rest der Erde zu sichern. Denken Sie daran, wenn unser Präsident das nächste Mal sagt, es müsse wieder ein anderes Land in unserem Namen bombardiert werden. Denken Sie daran, wenn Mr. Powell das nächste Mal über unsere moralische Erhabenheit spricht.

(C) 2001 Daily Bruin via U-WIRE

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