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[Emperor's Clothes]

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Ein Sprecher des Roten Kreuzes weist die Lügen des Pentagons zurück
Interview von Jared Israel
[Gepostet: 1. November 2001]
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Vorbemerkung: Es wurde viel über die zweimalige(!) Bombardierung des Hilfsgüterlagers des Roten Kreuzes in Kabul, Afghanistan berichtet.

Dennoch, während Pentagon-Sprecher wie General Richard Myers und Donald Rumsfeld interviewt und breit zitiert wurde, haben wir nur ein Interview mit einem Sprecher des Roten Kreuzes gesehen, und das war im kanadischen Fernsehen.

Die generelle Linie der Berichterstattung ist, daß das Rote Kreuz getroffen wurde, weil es in der Nähe einiger militärischer Einrichtungen liege, oder sogar, weil die Lagerhäuser von Taliban übernommen worden seien.

Ich habe deshalb am 31 Oktober die Zentrale des Roten Kreuzes in Genf angerufen und mit zwei Funktionären dort gesprochen.

-- Jared Israel

Hier das Transkript:

Jared Israel: Die Lagerhallen, die bombardiert wurden, sind diese in einer isolierten Fläche, oder sind dort auch viele andere Lagerhäuser?

Christopher Luedi: Wir hatten dieses Lagerhaus, es ist unser eigener Lager [-komplex], mit diesen Gebäuden innerhalb und einer Mauer außen herum.

Jared Israel: Sie haben eine Mauer drum herum?

Christoph Luedi: Ja, es sind fünf Gebäude; das Lager hat eine Mauer außen; es ist ein eigener Komplex. Wenigstens zwei dieser Gebäude haben ein Rotes Kreuz auf dem Dach. Es gibt drei Gebäude in einer Reihe, und noch zwei; sie stehen sehr nahe beieinander. Soweit wir wissen, ist ein Gebäude noch intakt. Eines wurde bei der ersten Bombardierung getroffen. Zwei wurden bei der zweiten getroffen, und ein weiteres hat Feuer gefangen.

Jared Israel: Es gibt da einen Bericht von CNBC [vom 29. Oktober], in dem gesagt wird:

»Es gab auch einen interessanten Fall am Freitag, als US-amerikanische Kampfflugzeuge zweimal ein Lagerhaus des Roten Kreuzes getroffen haben. Zuerst sagte man, es sei versehentlich getroffen worden. Heute sagen Militärbeamte jedoch, daß das Warenlager des Roten Kreuzes deswegen getroffen worden sei, weil es durch Taliban in Anspruch genommen worden sei, die alle Nahrungsmittel stehlen würden.«

Ist diese Behauptung zutreffend oder nicht?

Christoph Luedi: Wir können bestätigen, daß dies nicht korrekt ist, weil wir vier Tage vor der Bombardierung angefangen haben, Nahrungsmittel aus diesen Lagerhäusern an Familien mit Behinderten zu verteilen, eine Verteilung, die am Dienstag anfing, und bis Sonntag weitergehen sollte. Diese Verteilung wurde den Amerikanern besonders im Licht dessen angekündigt, daß wir in verschiedene Bezirke hinein verteilen, und dies zu einer Massierung von Leuten führen würde. Wir wollten sie [die Amerikaner] darüber in Kenntnis setzen, daß die Ansammlung von Menschen mit unseren Verteilungen in Verbindung stehe.

Jared Israel: Und das beinhaltete die Ansammlung von Leuten, um Nahurng zu erhalten?

Christoph Luedi: Aber nicht um die Lagerhallen herum. Wir haben am Tag zuvor Lastwagen damit beladen. Wir laden auf, und bringen [die Nahrungsmittel] dann in verschieden Bezirke von Kabul, wo wir dann verteilen. Daher haben wir diesen Verteilungsplan den Amerikanern mitgeteilt, wir sagten »Am Dienstag ist die Verteilung in diesem Bezirk, Bezirk 1, da und da sind die Verteilungspunkte, am Mittwoch dann diese und jene Bezirke, und so viele Empfänger, am Donnerstag, am Samstag und am Sonntag.« Und so haben sie diese Information erhalten.

Aber wir verteilen diese Nahrungsmittel durch unsere eigenen Kanäle. Das bedeutet, daß wir die Kontrolle über dieses Lagerhaus haben. Die einzige Sache war, daß wir Sicherheitsleute um das Gebäude herum hatten, unser eigenes Personal, wie auch eine sehr geringe Zahl vom Außenministerium, um uns Schutz zu gewähren, weil wir nach der ersten Bombardierung Plünderungen befürchteten -- daher mußten wir verhandeln. Deshalb sagten wir, wir wollten eine Verteilung durchführen, aber wir müssen dieses Material aufbewahren. Und die Taliban sagten fairerweise, in Ordnung, das ist ihr Lager.

[An dieser Stelle besprach sich Herr Luedi mit einem anderen Herrn in der Nähe, es war John Wurt, ein Logistik-Spezialist des Roten Kreuzes]

Christoph Luedi: Er [John Wurt] ist ein Logistiker der [Afghanistan] regelmäßig besucht, und er hat eine klare Vorstellung. Wie ich sagte, es ist ein Lager [-Hof, -Komplex]; man geht durch ein Tor. Der Lagerhof ist ziemlich groß. Wir haben ihn zum Jogging benutzt. Und er bestätigt, daß dieser ziemlich allein [i.e. isoliert] steht.

Jared Israel: Könnte ich für eine Sekunde mit ihm sprechen? Geht das in Ordnung?

John Wurt: Hallo.

Jared Israel: Hallo - es gibt also einen ziemlich großen Raumbereich zwischen der Wand um den Komplex herum, und den anderen Gebäude in diesem Bereich?

John Wurt: So weit ich mich erinnere, gibt es darum herum keine Gebäude. Es gibt dort eine Art Wohnbezirk, wenn sie die Straße zum Lager hinunter gehen, aber dann ist da nichts in der Nähe, soweit ich mich erinnere, und dann geht man durch ein Tor in das Lager, und es ist praktisch alles offenes Gelände darum herum.

Jared Israel: Es ist also wirklich ein Lager des Roten Kreuzes; es ist also nicht ein Komplex von Lagerhäusern, in denen das Rote Kreuz ein wenig Nahrungsmittel speichert?

John Wurt: Nein, Nein, Nein, wir hatten das ganze Lager. Es gibt eine Reihe von, ich denke es waren fünf Kammern, einige für Nahrungsmittel, einige für Nicht-Nahrungsmittel, dann hatten wir einiges anderes Material in Containern gelagert, was nicht regelmäßig gebraucht wurde. Es war einzig für die Nutzung durch das Rote Kreuz.

Jared Israel: Das Rote Kreuz betreibt eine Politik der Nicht-Diskriminierung, oder? Sie geben Nahrungsmittel ohne Ansicht der Person, nach Bedürftigkeit?

Christoph Luedi: Ja, sicher.

Jared Israel: Denken Sie, daß man [das US-Kommando] da etwas dagegen hat?

Christoph Luedi: Ich will nicht über die Gründe spekulieren, warum dies geschehen ist, weil ich die Information nicht habe, und es nicht mein Job ist. Unsere Job ist es, zu versuchen unsere Arbeit in Afghanistan weiterzuführen.

Jared Israel: Ok, aber sie haben diese Nicht-diskriminierungs-Vorschrift. Ist das eine wahre Aussage?

Christoph Luedi: Ok, aber humanitäre Arbeit sollte so sein, nicht nur die des Roten Kreuzes, auch die von Anderen.

Jared Israel: Aber das ist nicht immer der Fall, richtig?

Christoph Luedi: Wahrscheinlich nicht, aber ich will nicht über andere richten. Aber wir arbeiten in einem Konflikt mit allen am Konflikt beteiligten Parteien zusammen, und wir stehen im Kontakt mit den Amerikanern, wir stehen im Kontakt mit den Taliban, mit der Nordallianz, mit Pakistan, um zu diskutieren, was wir gerade tun, und warum wir es tun, und um sie an ihre Verpflichtungen hinsichtlich der internationalen Menschenrechte zu erinnern. Das ist unsere Aufgabe, die wir gegenüber allen Parteien durchführen müssen.

Jared Israel: Danke für das Gespräch.

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