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Des Kaisers Neue Kleider

 

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Vierter Artikel unserer Serie über Ramsey Clark...

Wie Ramsey Clark sich ins Zeug legte, um Nazi-Emigranten zu schützen

...und er tut es immer noch.

  • Von Jared Israel und Nico Varkevisser

    [Ins Netz gestellt in Englisch: 19. Juni 2003]

    [Ins Netz gestellt in Deutsch: 15. Juli 2003]

    Übersetzung ins Deutsche von Jost Lang

  • ========================================================

    [ www.tenc.net ]

    Zusammenfassung

    Dies ist der vierte Artikel unserer Serie von Enthüllungsartikeln über den früheren US-Justizminister Ramsey Clark.

    Clark wird im allgemeinen als „Rechtsanwalt der Linken" wahrgenommen. Er hat dazu beigetragen, diesen Begriff neu zu definieren d.h. die Verteidigung von Leuten mit einzuschließen, die einst als Feinde der Linken betrachtet wurden: Heftige Antisemiten verschiedenster Couleur.

    In diesem Artikel untersuchen wir den spezifischen Fall des ehemaligen Chefs eines Konzentrationslagers, Karl Linnas. Wir stellen fest, dass Ramsey Clark in den späten achtziger Jahren für Linnas eintrat, als er ihn als Rechtsanwalt gegen die Ausschaffung (aus den USA) verteidigte, als er zu seinem Totenbett in Leningrad flog und als er später seinen Fall dazu benützte, für osteuropäische Nazis an das Mitgefühl zu appellieren. Clark übertraf das Mitglied der Reagan Regierung, Pat Buchanan, der in den achtziger Jahren ein grimmiger Verteidiger der osteuropäischen Nazis war.

    Clark gesellte sich Pat Buchanan und Baltisch-Amerikanischen Gruppen zu, beim Versuch das O.S.I. (Office of Special Investigations) abzuschaffen. Das war die US-Agentur, die (Nachkriegs-) Nazi Einwanderer zurück nach Osteuropa ausschaffte, insbesondere in die baltischen Staaten. Diese Nazis fanden (nach dem 2. Weltkrieg) Einlass in die Vereinigten Staaten, indem sie in den Einwanderungspapieren falsche Angaben machten. Das O.S.I. wurde zu dem ausdrücklichen Zweck errichtet, solche Fälschungen aufzudecken und die Nazis auszuschaffen, um damit die vorherige US Politik, ihnen Schutz und Sicherheit zu gewähren, vollkommen umzustellen.

    Das allein war schon schlimm genug für Pat Buchanan und die baltisch-amerikanischen Gruppen, aber darüber hinaus kooperierte das O.S.I. mit den Sowjetischen Behörden.

    Die Dinge spitzten sich zu, als das O.S.I. versuchte, Karl Linnas auszuschaffen, der von den Sowjets wegen Massenmordes während des 2. Weltkrieges gesucht wurde.

    Ramsey Clark argumentierte gegen das O.S.I., weil, so behauptete er, die Jagd auf Nazi Kriegsverbrecher prinzipiell falsch sei: „Ich bin gegen die Idee, Hass und Verfolgung vierzig Jahre nach der Tat wiederaufleben zu lassen" sagte Clark. [1]

    Das O.S.I. war gegenteiliger Ansicht:

    "Das Verrinnen der Zeit vermindert nicht, was sie getan haben und es entschuldigt es auch nicht,’ sagte Neal M. Sher, 39, der Direktor des O.S.I. „Wir haben es mit Leuten zu tun, die das gleiche wieder tun würden." [1]

    Clark fuhr fort, zur Versöhnung (seine eigenen Worte) mit den Nazi Kriegsverbrechern aufzurufen. Und er tat dies auch noch 1991, als er an der Schaffung des „International Action Center" [R] beteiligt war.

    Und im Jahr 2002 war Clark wieder damit beschäftigt, einen Mann, der bei seinem Immigrationsantrag gelogen hatte, gegen die Ausschaffung zu verteidigen.

    Hier ist der ganze Text.

    • Jared Israel und Nico Varkevisser
      Redakteure von Emperor's Clothes

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    Ramsey Clark definiert seine "Berufung" durch seine Praxis

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    Selbstverständlich befürworten wir, dass jede angeklagte Person das Recht auf einen Rechtsbeistand hat. Jedoch folgt daraus nicht, dass jeder Rechtsanwalt jeden Rechtsfall annehmen muss. Das trifft insbesondere für „politische Anwälte" zu. In der Tat definieren die angenommen Rechtsfälle die eigene politische Absicht eines politischen Anwalts insbesondere dann, wenn dieser Anwalt öffentlich erklärt, dass er die Rechtsvertretung von Schwachen als seine Berufung betrachte.

    In seiner Selbstbeschreibung versucht Ramsey Clark diesen Punkt zu verschleiern. Wo er erklärt, weshalb er gewisse „schlechte Leute" verteidigt hat, sagt Clark:"

    „Sind sie menschliche Wesen? Brauchen sie Hilfe? Ist das deine Berufung? Man kann zwar nicht allen helfen aber man tut was man kann." [1A]

    Das tönt sehr dramatisch Aber wenn er fragt „Sind sie menschliche Wesen?", so bleibt er die Antwort schuldig auf die Frage, nach welchen Kriterien er die menschlichen Wesen auswählt, denen er hilft. Es gibt weltweit Tausende von Angeklagten, die die Hilfe eines weltberühmten Anwalts brauchen könnten. Wie wählt Clark die Leute aus, für die er „tut was man kann"?

    Clark sagt selbst:„Man kann…nicht allen helfen…" Aber genau darum definiert ein politischer Anwalt „seine Berufung" durch die Wahl derer, die er zu vertreten bereit ist.

    Clark hat einige Fälle, deren Übernahmen unserer Ansicht nach wirklich verdienstvoll sind, vermischt mit einer Schlangenbrut von heftigen Antisemiten. Indem er dies (die Vermischung) tat, hat Clark sein Weltsicht veröffentlicht: Nämlich dass diese Antisemiten ein Teil der Unterdrückten dieser Welt seien.

    * 1984 *

    Clark tritt ein für den Massenmörder Karl Linnas, den Chef eines Todeslagers während des 2. Weltkrieges, der aus Estland auswanderte um der sowjetischen Gerichtsbarkeit zu entkommen. Clarks Argumente im Gerichtssaal und auch außerhalb kommen denen der Nazi Rechten gleich. Clark attackiert in emotionellem Ton die Legitimität des O.S.I. (der Einrichtung des Außenministeriums, welches Nazis in die Sowjet-Union auszuschaffen versucht, wo sie wegen Massenmordes angeklagt sind und sich deswegen vor Gerichten verantworten müssen).

    * 1989 *

    Clark verteidigt Mahmoud El-Abed Ahmad gegen die Ausschaffung nach Israel, wo er wegen angeblicher Ermordung von Insassen eines Busses gesucht wird.

    * 1989 *

    Clark verteidigt Lyndon LaRouche, der ultra-rechte, antisemitische Kultführer.

    * 1990 *

    Clark verteidigt Sheikh Rahman, Führer des Gama'a al-Islamyya. Das sind die Terroristen, die einigen der 58 ausländischen Touristen und 4 ägyptischen Arbeitern, die sie 1997 im ägyptischen Luxor abgeschlachtet hatten, auch noch Nasen und Ohren abschnitten. Das sind die Terroristen, die in Afghanistan gegen die Sowjets und in Bosnien gegen die Serben kämpften. Beide Male standen sie unter Leitung von US Geheimdiensten. [2]

    * 1980-1990 *

    Clark verteidigt die PLO im Gerichtsverfahren, das die Familie von Leon Klinghoffer angestrengt hatte, dem schwerbehinderten, amerikanischen Juden, den PLO Terroristen ermordet und mitsamt Rollstuhl ins Meer geworfen hatten.

    * 2002 *

    Clark verteidigt Jack Riemer, ehemaliger SS Wachmann, der beschuldigt wurde in Polen, während des 2. Weltkrieges „bei der Liquidierung der Ghettos von Warschau und Czenstochau… eine unterstützende Rolle" gespielt zu haben. [3]

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    Der Weg, den Clark nicht genommen hat...

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    Wie anders würde Clark als öffentliche Figur erscheinen, wenn er, wie Anwälte der Linken vergangener Zeiten, seine Bemühungen darauf gerichtet hätte, für die Armen einzutreten oder für Arbeiter, die wegen gefährlichen Arbeitsplätzen Verletzungen erlitten haben, oder für Mexikaner, die als Landarbeiter einwandern, oder für Arbeiter in großen Städten, die wegen Gewerkschaftsarbeit entlassen werden oder für Mieter, die vom Vermieter malträtiert werden oder für Schwarze, die Opfer von Rassismus werden oder für Alte, die Opfer des Medizinsystems werden?

    Statt die Öffentlichkeit zu ermuntern, Nazi-Konzentrationslager-Personal und religiöse Gurus islamistischer Terroristengruppen als Unterdrückte zu betrachten, hätte er Interesse und Respekt für die wahren Helden unserer Gesellschaft – nämlich für die arbeitende Bevölkerung hervorgerufen. Und für die Veränderung des Gesellschaftssystems. Erinnern Sie Sich an diese Begriffe? Es gab Zeiten, da wurde in der Linken über die Veränderung des Gesellschaftssystems gesprochen.

    Wie dem auch sei, es ist nicht nur Clarks Auswahl der übernommenen Rechtsfälle, welche eine Botschaft vermittelt. Immer wieder hat Clark öffentliche Verlautbarungen gemacht, die vom Standpunkt der rechtlichen Verteidigung seiner ausgewählten Monster ganz und gar unnötig waren – Verlautbarungen, die die Ansichten besagter Monster nachplapperten und diejenigen ihrer faschistischen Unterstützer genau so. Wir wollen ein Beispiel genauer betrachten: Clarks Unterstützung von Karl Linnas in den achtziger Jahren und Clarks Versuch, mit dem Fall Linnas das O.S.I zu diskreditieren.

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    Der Fall Linnas vs. O.S.I. – ein historischer Markstein, ein politisches Schlachtfeld

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    Der Fall Karl Linnas war wichtig weil Linnas einer der ersten Nazis war, den das O.S.I. (Office of Special Investigations) versuchte auszuschaffen. Und er war der erste, der wegen Kriegsverbrechen in der Sowjet-Union gesucht wurde.

    Das O.S.I., das vom Kongress gegen mächtigen Widerstand geschaffen worden war, hatte eine äußerst wichtige Mission: Tausende von Nazi-Kriegsverbrecher, die nach dem 2.Weltkrieg von den Vereinigten Staaten willkommengeheißen worden waren, auszuschaffen.
    [4]

    [Beginn Zitat aus "Newsday"]

    Diese Kriegsverbrecher waren Nutznießer des „Displaced Persons Act", eines Gesetzes des Jahres 1948, das Juden praktisch ausschloss und ihren Unterdrückern (während des 2. Weltkrieges) den Vorzug gab insbesondere denen aus Littauen, Lettland, Estland und aus der Ukraine, wo einige der berüchtigtsten Kriegsverbrecher der Nazis (und ihrer lokalen Helfer) stattgefunden hatten. Wachleute der Todeslager und Kollaborateure aus diesen Ländern wurden willkommen geheißen, – ja sogar eingeladen, – Amerikaner zu werden, solange sie abstritten, Nazis gewesen zu sein. Und das taten sie dann auch.

    Viele verbrachten den Rest ihrer Tage in gutsituierten, baltischen und ukrainischen Gemeinden in und um Chicago und Cleveland. Andere ließen sich im Großraum New York nieder. Diejenigen, die betreffend ihrer Nazi-Vergangenheit gelogen hatten, wurden ab 1979 mit Verfahren zur Aberkennung der US-Staatsbürgerschaft und mit Verfahren zur Ausschaffung konfrontiert. Diese Verfahren wurden vom O.S.I.( Office of Special Investigations) angestrengt, einer Abteilung des Justizdepartements, die speziell dazu eingerichtet worden war, Nazis und deren Kollaborateure wegen Einwanderungsbetrug gerichtlich zu belangen.

    [Ende Zitat aus "Newsday"]

    Das O.S.I. nahm kein Blatt vor den Mund bei der Benennung der U.S.-Politik, die völlig umzustellen es geschaffen worden war. Dazu Neal M. Sher, der damalige Direktor des O.S.I. in einem Interview der New York Times des Jahres 1987.

    "Ich glaube, die Zahl der Nazi-Verbrecher, die nach dem Krieg hier herkamen, liegt bei mindestens 10'000. Ich nehme an, dass die alle noch da sind, außer denen, die starben und denen, die ausgeschafft wurden. Die Vereinigten Staaten war ein Zufluchtsort für Nazi-Kriegsverbrecher." [5]

    Diese Worte, ehrlich und schonungslos, und für uns besonders überraschend und wunderbar zu lesen, weil wir von EC einiges über die Rolle wissen, die ehemalige Nazis, bei der Schaffung der US Central Intelligence Agency (CIA) gespielt haben. Und doch war hier eine andere US Behörde, die tatsächlich dieselben Nazi-Emigranten bekämpfte. [6]

    Darüber hinaus tat das O.S.I. etwas, was davor Tabu gewesen war, es kooperierte mit sowjetischen Behörden, um Nazi-Mörder zu fangen. Das wurde scharf angegriffen von einer Koalition von Kräften, darunter nicht überraschenderweise von osteuropäischen Nazi-Emigranten-Gruppen und Pat Buchanan, ein hoher Beamter der Reagan Regierung. Wie wir sehen werden, attackierte auch Ramsey Clark das O.S.I.

    Der Prozess um die Ausschaffung von Linnas wurde zum politischen Schlachtfeld. Der Prozess dauerte Jahre, mit nicht weniger als „13 oder 14 Berufungen" [5]

    Es war eine Folge von konzentrierten Angriffen von Pat Buchanan und der baltisch-amerikanischen Rechten. Es war in diesem Zusammenhang, dass sich Clark entschloss, Linnas’ Verteidigung im Berufungsverfahren gegen die Ausschaffung vor dem Bundesgericht zu übernehmen. [4]

    [Beginn Zitat aus "Newsday"]

    … nachdem 1979 ein Verfahren zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft gegen ihn angestrengt worden war, wurde Linnas von einigen der lautstarksten Kritikern des O.S.I. unterstützt. An oberster Stelle der Liste war Pat Buchanan, der als Mitglied der Reagan Regierung zu widerholten Malen den Bundesanwalt Ed Meese gedrängt hatte, das O.S.I. abzuschaffen.

    Die Verfügung zur Aufhebung der Staatsbürgerschaft wurde 1981 erlassen und 1986 durch das Berufungsgericht bestätigt…

    Nachdem sich herausgestellt hatte, dass Linnas der Chef der Bewachungsmannschaft des Konzentrationslagers von Tartu gewesen war, wo er eine Vielzahl von Morden begangen hatte, zeigte das Berufungsgericht unmissverständliche Verachtung für Linnas’ Antrag, nicht in die Sowjetunion ausgeschafft zu werden aus Gründen des Anstands und des Mitgefühls.

    „Edle Worte wie ‚Anstand’ und ‚Mitgefühl’ klingen hohl aus dem Munde eines Mannes, der die Auslöschung befahl von unschuldigen Männern, Frauen und Kindern, die am Abgrund eines Massengrabes knieten. Karl Linnas’ Appell an die Menschlichkeit, an eine Menschlichkeit, die er maßlos, eiskalt und widernatürlich verletz hat, ein solcher Appell verletzt wahrlich das Anstandsgefühl des Gerichts."

    [Ende Zitat aus "Newsday"]

    Buchanan und die osteuropäischen Emigranten-Gruppen gingen im Fall Linnas aufs Äußerste:

    "In einem im letzten Februar in mehreren Zeitungen gleichzeitig veröffentlichten Artikel nannte Buchanan das O.S.I. ein ‚schwachsinniges Instrument’ des sowjetischen K.G.B. und erklärte, dass das Büro ‚in seinem Zelotentum, eingebürgerte Amerikaner dafür zu bestrafen, dass sie vor 40 Jahren am Holocaust beteiligt waren, sich auf Sachverhalte stützt, die vom Geheimdienst eines neo-stalinistischen Staates vorgebracht wurden." [7]

    Aber das O.S.I. weigerte sich, bei der Anwendung von sowjetischen Beweismaterial klein beizugeben. Nachfolgend ein Zitat von Eli Rosenbaum, damals vom O.S.I. beurlaubt, über die dokumentierte Glaubwürdigkeit betreffend sowjetischer Aussagen über Nazi-Kriegsverbrecher:

    "Nicht einmal in 40 Jahren hat irgendjemand eine sowjetische Fälschung oder einen Meineid bei einem von den Sowjets gestellten Zeugen nachgewiesen’, sagte der frühere O.S.I.´- Stasatsanwalt Eli Rosenbaum…" [8]

    Und dazu auch der damalige Direktor des O.S.I., Neil Sher:

    „O.S.I. Direktor Neil M. Sher sagte, dass in westdeutschen Kriegsverbrecherprozessen ‚nach meinen Kenntnissen nicht ein einziges Mal’ ein Gericht ’monierte, dass die Sowjets gefälschte Dokumente geliefert oder einen Zeugen zum Meineid angestiftet hätten. ’" [8A]

    Der U.S.-Staatsanwalt Rudolf W. Giuliani, der im Strafverfahren gegen Linnas als Kläger auftrat, sagte, dass die sowjetischen Beweismittel wasserdicht seien. Giuliani, den niemand einer pro-sowjetischen Haltung verdächtigen würde, wurde von der Los Angeles Times interviewt, nachdem Linnas nach seiner Ausschaffung in einem sowjetischen Krankenhaus gestorben war:

    "In New York hatte der U.S. Staatsanwalt Rudolf W. Giuliani, der zweimal vor dem Bundesberufungsgericht in Manhatten für die Ausschaffung von Linnas eingetreten war, keinen Kommentar zu seinem Tod. Aber er sagte, die Gerichtsakte im Fall Linnas enthalte ’an Sicherheit grenzende Beweise, dass er ein Massenmörder und ein Schlächter war.’" [9]

    Ramsey Clark war mit den sowjetischen Beweisen nicht einverstanden. Clarks Plädoyer vor Gericht war das gespenstische Echo von Pat Buchanans Behauptung, dass die sowjetischen Beweise per se unzuverlässig seien.

    [Beginn des Zitats aus der Los Angeles Times]

    In seinem Plädoyer für Herrn Linnas legte Ramsey Clark, der von 1967 bis 1969 Justizminister der Vereinigten Staaten gewesen war, das Gewicht auf die Zusammenarbeit der U.S. Regierung mit der Sowjet Union in diesem Fall und auf die Abstützung auf Beweise, die durch Sowjetische Behörden erbracht worden sind.

    ''Es ist undenkbar, dass ein Gericht der Vereinigten Staaten es erlauben würde die Ausschaffung anzuordnen, um einen Mann in einen verfügten Tod in einem fremden Land zu schicken ohne angemessenen Prozess," sagte Herr Clark in seiner Informierung des Gerichts.

    [Ende des Zitats aus der Los Angeles Times]

    Beachten Sie den Gebrauch der Ausdrücke „ohne angemessenen Prozess" und „verfügtem Tod", die die Worte von Pat Buchanan nachplappern. Man könnte Clarks oben zitierte Erklärung verteidigen, auf der Grundlage, dass dies ein juristischer Schriftsatz sei und deshalb nicht notwendigerweise seine wahren Gefühle wiederspiegelt. Diese Interpretation würden wir anzweifeln. Indem Clark diese Sprache spricht, wirft er seine Glaubwürdigkeit und seine Berühmtheit in die Wagschale der Kampagne Pat Buchanans und der ultra-rechten baltischen Gruppen, welche das O.S.I. als das „schwachsinnige Instrument des sowjetischen K.G.B." diffamieren wollten. Clark ist ein politischer Anwalt, der Fall Linnas war ein schlagzeilenträchtiger, politischer Fall und er (Clark) benutzte das Revisionsverfahren vor dem Obersten Bundesgericht, das zu gewinnen niemand von ihm erwartete, als öffentliche Kanzel, um Ansichten zu äußern, die denen Pat Buchanans verblüffend ähnlich waren.

    Auch in einem Interview mit der ‘New York Times’ tönte Clark sehr ähnlich wie Buchanan:

    „Ich finde es bemerkenswert, dass das Justizministerium, das Teil ist einer Regierung, die die sowjetische Justiz durchwegs kritisiert, Beweismittel gelten lässt, die sich nicht im eigentlichen Sinne unabhängig überprüfen lassen" sagte Herr Clark. [1]

    Und Clark fuhr fort, sich gegen das O.S.I. öffentlich zu äußern, lange nachdem das Oberste Gericht es abgelehnt hatte, seinen Einspruch anzunehmen, ja einige Jahre nach dem Tod von Linnas.

    Da sowohl Pat Buchanan als auch Ramsey Clark dafür plädierten, das O.S.I. abzuschaffen, ist es interessant, zu vergleichen, was sie sagten. Wie wir sehen werden, greift Buchanan das O.S.I. direkt und politisch an, ohne irgendwelche, trickreichen Rückzugsklauseln. Clark machte meist Schleichangriffe, mit Mitteln der emotionellen Manipulation.

    Zuerst Buchanan:

    "Als Buchanan 1982 in der Fernsehschau „After Hours" aus Washington auftrat, rief er zur Abschaffung des O.S.I. auf und fragte, was es denn für einen Sinn und Zweck habe, ‚Leute zu verfolgen, die jetzt etwa 70 Jahre alt sind und deren Verbrechen vor 35 bis 45 Jahren begangen wurden.’ [7]

    Jetzt Clark:

    Das folgende Zitat stammt aus einem wohlwollenden Artikel in der ‚New York Times’ aus dem Jahre 1991 mit dem Titel „Der lange und einsame Weg des Ramsey Clark". Hier also Herr Clark:

    "Es kommt (auch) nach den abscheulichsten Taten einen Zeitpunkt, nach dem die Möglichkeit der Versöhnung schwerer wiegt, als irgendein Bedürfnis nach Strafe oder ein Bedürfnis nach Unversehrtheit des Gesetzes,’ sagte er. ‚Wenn wir an einen Menschen denken, der senil ist, der auf seinem Totenbett liegt und man das Röcheln schon hören kann und man muss sich beeilen, ihn umzubringen, bevor er von selbst stirbt, dann gibt es keine Hoffnung für die Versöhnung.’" [10]

    Für die Annalen sei vermerkt, was der "senile" Herr Linnas, als er zwecks Abschiebung zum Flugplatz gefahren wurde, in der Lage war, ganz verständlich zu brüllen: [11]

    [Beginn Zitat Associated Press]

    Als er auf dem John F. Kennedy Flughafen an Bord des tschechoslovakischen Flugzeugs gebracht wurde, beschuldigte Linnas die Vereinigten Staaten des Mordes.

    „Was sie im Begriff sind zu tun, ist Mord und Entführung," schrie der pensionierte KZ Aufseher , als er in eine Polizeistation auf dem Flughafengelände geführt wurde.

    [Ende Zitat ‘Associated Press’]

    Bemerkenswert ist, dass im Gegensatz zu Herr Buchanan, der zumindest die Tugend hat, offen heraus zu sagen, was er denkt, Herr Clark sich nie ganz deutlich ausdrückt, er verlässt sich auf emotionelle Manipulation. Er ruft zur Beendigung der Bestrafung von Nazi-Kriegsverbrechern auf im Interesse einer „Möglichkeit der Versöhnung". Aber was bedeutet das? Mit wem sollen wir uns versöhnen? Oder sollen wir die Versöhnung zwischen verschiedenen Gruppen fördern? Welcher Gruppen? Meint Clark, dass die Überlebenden der Nazi-Schlächterei mit den Nazi-Schlächtern versöhnt werden sollten? Was geschehen ist, ist geschehen? Vergib und vergiss?

    Es scheint, dass es genau das ist, was Clark meint. Auf gut Deutsch: Er ist ein Apologet der Nazi-Kriegsverbrecher. Offen gesagt, erscheint uns Clark, in seinem Versuch, uns durch Appell an unser Mitgefühl zu verführen, umso schlimmer.

    Der ehemalige Justizminister Clark geht so weit, zu proklamieren, dass die Notwendigkeit der Versöhnung „ schwerer wiegt als irgendeine Notwendigkeit … der Unversehrtheit des Gesetzes"!

    Für wen sollen wir uns über die „Unversehrtheit des Gesetzes" hinwegsetzen? Für die Nazi-Schlächter.

    Aber weshalb sollen wir uns über das Gesetz hinwegsetzen, obwohl - Clarks hat es selbst zugegeben – diese Leute „die schrecklichsten aller Taten" verübt haben? Weil sie bestraft worden sind? Aber sie wurden nicht bestraft! Weil sie wirklich reumütig sind? Aber Clark behauptet nicht, dass sie reumütig seien. Aber dann weshalb?

    Weil sie, so Clark, alt geworden sind.

    Sie sind alt geworden.

    Unsere Regierung hat diese Monster während der 40iger und 50iger Jahren willkommen geheißen. Ihnen wurde ermöglicht, der Justiz in den U.S.A. zu entgehen, zu leben, zu gedeihen und nun sind sie also alt geworden und wir sollen sie in Frieden leben lassen. Schließlich sind Monster auch nur Menschen, sie haben Bedürfnisse und deshalb „tut man, was man kann", wie Herr Clark sagt.

    Man sagt, dass Clark ein progressiver Justizminister gewesen sei und dass er noch progressiver wurde, als er aus dem Amt schied. Es ist bemerkenswert, dass, während Clark, der falsche Progressive, alles tat, um Karl Linnas, den wirklichen Nazi-Schlächter zu schützen, es Reagans Justizminister Ed Meese war, der Karl Linnas in die Sowjet-Union ausschaffen ließ, der notorische Ed Meese der Iran-Contra-Affäre.

    Nicht was dies über den Justizminister Ed Meese aussagt, interessiert uns in diesem Zusammenhang (er stand unter großem Druck, Linnas auszuschaffen). Uns interessiert vielmehr, was es über den ehemaligen Justizminister Clark aussagt.

    Clark gab dieses Interview, in dem er zur Versöhnung mit Nazi-Kriegsverbrechern aufrief, im Juni des Jahres 1991. Zu dieser Zeit war er schon damit beschäftigt, das „International Action Center" aufzubauen.

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    Ein bewegender Abschied

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    Nachdem Karl Linnas in die Sowjet-Union ausgeschafft worden war, wurde er krank. Die Sowjets verschafften ihm die beste, verfügbare medizinische Behandlung, weil es natürlicherweise das letzte war, was sie wollten, dass er in einem Leningrader Krankenhaus stirbt. Nichtsdestotrotz starb er in einem Leningrader Krankenhaus.

    Die beiden letzten Besucher, das dieses Monster sah, bevor es starb, waren seine Tochter und Ramsey Clark, der per Flugzeug an sein Krankenbett geeilt war. Diese Reise diente dem politischen Zweck, die (mediale) Aufmerksamkeit auf Linnas’ Tod zu lenken und so Clarks Argument vom O.S.I., als dem herzlosen Verfolger von armen, alten, im Verfall begriffenen Massenmördern, scheinbare Glaubwürdigkeit zu verleihen,

    Kurz vor seinem Tod, so wird berichtet, gab Karl Linnas mit beiden Händen dieses Daumen-nach-oben-Zeichen. Was bedeutet: Weiter so für die gute Sache. [12]

    ***

    Jared Israel und Nico Varkevisser
    Redakteure von Emperor's Clothes

    [Fußnoten und weitere Literaturangaben nach dem Spendenaufruf]

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    Ein Aufruf der Herausgeber

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    * Fußnoten und weitere Literaturangaben in Englisch*

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    [1] The New York Times; March 3, 1987, Tuesday, Late City Final Edition; Section: Section A; Page 20, Column 3; National Desk; Length: 1142 Words; Headline: Washington Talk: Justice Department; Lobbying The Office That Hunts Nazi Suspects; Byline: By Kenneth B. Noble, Special To The New York Times
    Dateline: Washington, March 2

    [1A]From transcript of Clark's appearance before National Press Club. Quoted in, " Ramsey Clark Poses as Milosevic's Lawyer...and then smears the "client" on nationwide U.S. television!" at
    http://emperors-clothes.com/milo/ramsey1.htm

    [2] We are preparing an article on Gama'a al-Islamyya. In the meantime, for articles dealing with US-backed Islamist terrorism in Afghanistan, please see: http://emperors-clothes.com/indict/911page.htm#4

    For Bosnia, see "U.S. & Iran: Enemies in Public, but Secret Allies in Terror," at http://emperors-clothes.com/analysis/deja.htm

    [3] Los Angeles Times; September 6, 2002 Friday  Home Edition; Section: Main News Main News; Part 1; Page 22; National Desk; Headline: The Nation
    and
    Ethnic NewsWatch; The Jewish Week; September 13, 2002
    Section: Vol. 215; No. 16; Pg. 5; SLI-ACC-NO: 1002W2DR 061 000048; Headline: Followup: SS Guard Must Leave U.S.;
    By: Lipman, Steve

    [4] Newsday (New York) February 23, 1995, Thursday, All Editions Section: Part Ii; The Nazis Among Us; Pg. B04 Length: 1759 Words Headline: Nowhere To Run; For some of the more notorious war criminals living there, post-war life had been sweet and secure -until a recently discovered 'treasure ctrove of evidentiary riches' ripped away their cover. Series: The Nazis Among Us Byline: David Friedman. Staff Writer

    [5] The New York Times April 26, 1987, Sunday, Late City Final Edition Section: Section 4; Page 2, Column 1; Week In Review Desk Length: 1114 Words Headline: The World: Q. & A.;

    [6] See, "Worst kept secrets of a bumbling bear," at http://emperors-clothes.com/docs/gehlen2.htm

    [7] The Nation May 4, 1985 Section: Vol. 240 ; Pg. 525; Issn: 0027-8378 Length: 983 Words Headline: Pat Buchanan And The Emigre Nazis Byline: Lagnado, Lucette

    [8] Time Magazine April 20, 1987, U.S. Edition Section: Ethics; Pg. 60 Length: 978 Words Headline: Problems Of Crime And Punishment; Should The U.S. Use Soviet Evidence Against Accused War Criminals? Byline: By Richard Lacayo. Reported By Anne Constable/Washington And Jeanne Mcdowell/New York

    [8A] The Washington Post; July 13, 1986, Sunday, Final Edition
    Section: First Section; A5; Length: 1017 Words; Headline: U.S. Nazi Hunters Brace For Criticism; Doubts About Soviet Evidence Surround Move To Deport Linnas; Byline: By Jay Mathews, Washington Post Staff Writer

    [9] Los Angeles Times; July 3, 1987, Friday, Home Edition; Section: Part 1; Page 5; Column 1; Foreign Desk; Length: 772 Words; Headline: Deported War Criminal Dies In Soviet Hospital; Byline: By William J. Eaton, Times Staff Writer; Dateline: Moscow

    [10] The New York Times; June 14, 1991, Friday, Late Edition - Final; Name: Tom C. Clark; Section: Section B; Page 9; Column 1; National Desk; Law Page; Length: 1635 Words; Headline: The Long And Lonely Journey Of Ramsey Clark

    [11] The Associated Press; April 21, 1987, Tuesday, PM cycle; Section: International News; Length: 729 Words; Headline: Karl Linnas Headed To Soviet Estonia; Dateline: Moscow

    [12] The New York Times; July 5, 1987, Sunday, Late City Final Edition; Section: Section 1; Part 1, Page 18, Column 5; Foreign Desk; Length: 264 Words

    Emperor's Clothes
    [ www.tenc.net ]

    Des Kaisers Neue Kleider
    [ www.emperors-clothes.com/german/indexg.htm ]

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