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Des Kaisers Neue Kleider

 

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Die Wiedererschaffung des kriegsverbrecherischen Nazi-Geheimdienstes durch die USA

Teil 2 - 1983 platzte die Nachricht von der Rekrutierung der Nazis durch die USA mitten in die Klaus-Barbie-Affäre. Daraufhin zogen die US-Geheimdienste die Untersuchung der Rekrutierung von Nazi-Kriegsverbrechern…durch die US-Geheimdienste… an sich selbst.

Von Jared Israel
Übersetzung aus dem Englischen: Jost Lang

[Ins Netz gestellt in Englisch 13. Januar 2004]
[Ins Netz gestellt in Deutsch
17. April 2004]

Teil 1 diese Artikels kann nachgelesen werden unter:
http://emperors-clothes.com/german/articles/d-nazi-1.htm

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[www.tenc.net]

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Zu Beginn des Jahres 1983 wurde klar, dass die Öffentlichkeit Details über die Rekrutierung von Nazi-Kriegsverbrechern durch die USA nach dem 2.Weltkrieg erfahren würde, ob das dem US-Establishment passte oder nicht. Das war nicht nur eine Vermutung, denn dieser Prozess war bereits im Gange. Die Frage war, wie viel die Öffentlichkeit davon erfahren würde und wie schnell? Und die wichtigste Frage war, ob das US-Außenpolitik-Establishment diskreditiert würde?

Es begann am 25. Januar 1983, als die kurz zuvor gewählte Regierung von Bolivien Klaus Barbie verhaftete, den früheren Chef der Gestapo von Lyon, der zweitgrößten Stadt im von den Nazis besetzten Frankreich. Der „Schlächter von Lyon'' hatte in Bolivien während dreier Jahrzehnte gelebt. Während dieser Zeit wurde er in Frankreich zwei Mal in Abwesenheit in verschiedenen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt. [1]

Am 5. Februar 1983 verfügte Bolivien die Landesverweisung Barbies und setzte ihn in ein Flugzeug nach Guyana. Dort wurde er verhaftet und an die Adresse geschickt, die er am meisten fürchtete: Frankreich. Da die Verurteilungen Barbies betreffend Kriegsverbrechen verjährt waren, stellte man Barbie in Frankreich mit einer neuen Anklage vor Gericht: Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Gerade als Barbie in Guyana verhaftet wurde, gab ein amerikanischer Professor, Erhard Dabringhaus, ein Interview bei NBC TV. Er schockierte Millionen von Fernsehzuschauern, als er sagte, dass nach dem 2.Weltkrieg die US Geheimdienste Barbie angestellt hatten , mit einem Monatssalär von $ 1700,-- . Weshalb wusste Dabringhaus das? Weil er 1948 als Offizier des US Geheimdienstes CIC, im eroberten Deutschland Barbies Betreuer gewesen war.

Die Schlagzeile von Associated Press vom nächsten Tag lautete: „Professor sagt, „Nazi-Schlächter'' war ein bezahlter Agent der USA''. AP zitierte Dabringhaus' Aussage, dass die USA Barbies Flucht nach Bolivien finanziert hatten und dass Barbie Mitglieder der französischen Résistence gefoltert hatte: [2]

[Beginn Zitat Associated]

''Er fing Hunderte von ihnen und wenn sie nicht aussagten oder mit ihm kooperierten, so hing er sie im Keller an den Daumen auf, bis sie tot waren. Er (Barbie) sagte, dass vor seinem Hauptquartier ein Massengrab liegt, mit den Leichen von mindestens 200 Leuten,'' sagte Dabringhaus.

Zweimal, sagte Dabringhaus, hätten französische Agenten ihn gefragt, ob die Amerikaner wüssten, wo Barbie sich aufhalte.

„Sie hatten gehört, dass wir etwas über ihn wussten, und ich bekam von meinem Hauptquartier Befehl, nichts darüber zu sagen dass  wir irgendetwas über ihn wussten.''

[Ende Zitat Associated Press]

 

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Ein Jahr danach schrieb Dabringhaus in seinem Buch: [3]

„Am Sonntag, den 6. Februar 1983 bildete sich vor meiner Haustür eine Warteschlange von Reportern. Sie schrieben während 3 Wochen (über das Thema) und es kamen Telefonanrufe sogar aus Sidney in Australien.''

Die Durchschnittsbürger waren entsetzt. Die Kinos zeigten Filme mit US Geheimdienstagenten, die mit Fallschirmen in das von den Nazis besetzte Frankreich abgesetzt wurden. Konnte es wirklich sein, dass sogar während führende Nazis in Nürnberg vor Gericht standen, die USA einen der schlimmsten Nazi-Schlächter rekrutiert hatten und ihn vor der französischen Justiz schützten? Wenn das so war, wer hatte das veranlasst? War es der einzige solche Fall? Wie weit war die USA in die Flucht von Barbie nach Bolivien verwickelt? War Barbie in Bolivien weiterhin bei einem der US Geheimdienste angestellt?

Die Geheimdienstkreise kannten natürlich die schädliche Antwort auf diese Fragen. Und sie wussten, dass die USA nicht einen Nazi, sondern Tausende rekrutiert hatten, darunter noch wichtigere als Barbie. Wenn die ganze Geschichte ans Tageslicht kommen würde und insbesondere, wenn zuviel auf einmal ans Tageslicht kommen würde, könnte dies den Apparat der US Außenpolitik diskreditieren. Und diese Möglichkeit war gegeben. Dabringhaus hatte sich aus dem Nichts gemeldet. Würden andere CIC Offiziere es ihm gleich tun?

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Erdrückende Beweise: Barbies Leben als Flüchtling

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In Anbetracht dessen, dass es eine Menge von gut zugänglichen und inkriminierenden Beweisen für Barbies Beziehung zu den USA gab, ist es erstaunlich, wie wenig die Öffentlichkeit1983 erfuhr. Und es ist genau so erstaunlich, wie wenig die Öffentlichkeit heute weiß.

Zum Beispiel die Tatsache, dass Barbie während er angeblich ein gejagter Justizflüchtiger in Bolivien war, eine zentrale Rolle bei der Unterdrückung der Demokratie in diesem Lande spielte. Dies wurde in einer Studie der US-Kongressbibliothek von 1989 dargelegt. [4]

[Beginn Zitat Studie der US-Kongressbibliothek]

1980 leitete (die bolivianische Präsidentin Lydia) Gueiler Wahlen, die eine klare Mehrheit der Stimmen für die Parteien der Linken ergaben. Siles Zuazo und seine Koalition „Unidad Democràtica y Popular'' allein bekamen 38% der Stimmen, es galt als sicher, dass der Kongress ihn am 6. August 1980 zum Präsidenten wählen würde.

Dieser Vorgang wurde am 7.Juli 1980 durch den rücksichtslosen Militärputsch des General Luis Carcìa Meza unterbrochen. Wie verlautet wurde der Putsch von Drogenhändlern finanziert und unterstützt durch europäische Söldner, die von Klaus Barbie rekrutiert worden waren, dem ehemaligen Gestapo-Chef von Lyon. Der Putsch leitete eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Boliviens ein. Willkürliche Verhaftungen durch paramilitärische Einheiten, Folter und das Verschwindenlassen von Personen – mit der Hilfe von argentinischen Beratern – zerstörten die Opposition.

[Ende Zitat Studie der US-Kongressbibliothek]

 

Man beachte, dass diese Analyse erst im Dezember 1989 publiziert wurde und auch dann waren Studien der US-Kongressbibliothek nicht gerade Lektüre für die Massen.

Am 5 Februar 1983 jedoch publizierte Associated Press einen damit zusammenhängenden Bericht. In gewisser Weise übertraf er die Studie der US-Kongressbibliothek. Zum Beispiel stellt der AP bericht klar, dass die „paramilitärischen Einheiten'', deren Organisation die Bolivianische regierung Klaus Barbie beschuldigte, in Wirklichkeit „Todesschwadrone'' waren: [5]

[Beginn Zitat Associated Press]

Wie verlautet lag die Zahl (der Mitglieder der „Todesschwadrone'') zwischen 900 und 3000. Sie terrorisierten das Land während (der nächsten) …zwei Jahre, stürmten Wohnungen und Fabriken und reisten gemäss Regierungs-Akten mit offiziellen Ausweispapieren der Regierung, ausgestellt durch das Innenministerium oder durch das Drogenfahndungsbüro.

…Nach dem Putsch wurden Tausende von politischen Führern und Gewerkschaftsführern entweder ermordet, gefoltert, exiliert oder in Internierungslager im Innern des Landes geschickt.

[Ende Zitat Associated Press]

 

Diese „Todesschwadrone'' waren das Äquivalent der ''Einsatzgruppen” d.h. der mobilen Mördergruppen der Nazis, die für Millionen von Toten im 2. Weltkrieg verantwortlich waren. [6]

So setzte also Barbie einige der Dinge in Bolivien fort, die er bereits in Frankreich getan hatte.

Jeder, der den AP Bericht liest, fragt sich vielleicht, wie der CIA *nicht* wissen konnte, dass Barbie, der jahrelang Angestellter der CIC (Geheimdienst der US Army) war, in Bolivien „Todesschwadrone'' organisierte?

War Barbie tatsächlich (in Bolivien) bei der CIA? Hatte man ihm den Job gegeben, Tausende von bolivianischen Führungspersönlichkeiten, die einen dem US Außenpolitik-Establishment entgegengerichteten, sozialen und politischen Kurs einschlagen wollten, auszulöschen?

Wer waren die ''europäischen Söldner, die von Klaus Barbie rekrutiert worden waren'' ? Waren das ebenfalls Nazis, denen die USA zur Emigration nach Südamerika verholfen hatten? Nutzten die USA insgeheim den alten Kriegsverbrecherapparat der Nazis, um Südamerika von politisch unerwünschten Personen zu säubern? War die sogenannte Flucht der Nazis nach Südamerika also tatsächlich eine Methode, zuverlässige Killer in der ganzen Region zu platzieren?

Diese Fragen wären gestellt worden, wenn der AP Bericht von Durchschnittsbürgern gelesen worden wäre, aber dem war nicht so. Niemand sah diesen Bericht.

Erlauben Sie mir, das zu erklären.

Associated Press ist eine Nachrichten-Agentur d.h. sie produziert Nachrichten (Berichte) und sendet sie an Tausende von Abonnenten (Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehsender). Deshalb kann ein AP-Bericht nur an die Öffentlichkeit gelangen, wenn einer oder mehrere Abonnenten von AP diesen Bericht publizieren.

Ich entdeckte den AP-Bericht zufällig, als ich Nachforschungen mittels der Lexis-Nexis-Medien-Suchmaschine machte. Mittels dieser sehr effektiven Suchmaschine fand ich zwar den AP-Bericht, jedoch keinen Hinweis auf die Publikation dieses Berichts durch irgendeine Zeitung oder Fernsehanstalt! Es sieht so aus, dass die Leser von Emperor's Clothes die ersten sein werden, die diesen Bericht lesen. [5]

Wenn „normale Leute” diesen Bericht 1983 gelesen hätten, hätten sie einigen Grund zur Aufregung gehabt. Sie wussten bereits, dass die USA Barbie rekrutiert hatten und seine Reise nach Bolivien bezahlt hatten. Und nun stellte sich heraus (bis auf die Wirklichkeitsstufe Associated Press), dass dieser Gestapomann dort das fortgesetzt hatte, für was er wegen Kriegsverbrechen in Frankreich in Abwesenheit verurteilt worden war.

War es ein Zufall, dass nicht eine Zeitung den AP Bericht publiziert hatte? Oder waren Schritte eingeleitet worden, um die Geschichte zu unterdrücken? So oder so, dieser AP-Bericht illustriert die Gefahr, der sich die herrschenden Kräfte 1983 gegenübersahen: Die Aktivitäten Barbies waren eine Zeitbombe, die zu explodieren drohte.

Und drei Wochen später explodierte sie.

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Eine Offenbarung bahnt sich an

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Am 7. März wurde die Nachricht publiziert, dass 9 Kongressabgeordnete an Präsident Reagan geschrieben hatten:

"…. [mit der Bitte] an ihn, persönlich eine Untersuchung anzuordnen, die ein für alle Mal klarstellen sollte: Die Haltung der USA zu Kriegsverbrechern und ob die USA wissentlich oder unwissentlich Barbie oder andern (Nazis) Schutz gewährt hatten'''.

-- ABC TV News; Montag 7. März 1983

 

Bundesstaatsanwalt William French Smith versuchte, jegliche mögliche Untersuchung zu verhindern:

"Da Barbie hier nicht polizeilich gemeldet war, sieht der Bundesstaatsanwalt, gemäß einer Quelle, die Wahrscheinlichkeit einer Strafverfolgung als gering an und möchte nicht, dass das Justizministerium eine Abteilung der historischen Forschung wird.''

-- ABC TV News; 7.März 1983

 

In der Zwischenzeit wurde die Anschuldigung vorgebracht, dass Barbie, obwohl er ein wegen Kriegsverbrechen gesuchter Justizflüchtiger war, zweimal in die USA gereist war, genauso wie in andere Länder. Die USA stritten dies nicht ab: [7]

[Beginn Zitat New York Times]

"Das Justizministerium hat Beweise gefunden, die einen Bericht bestätige, dass Klaus Barbie 1969 und 1970 von seinem bolivianischen Zufluchtsort …mehrere Reisen in die USA unternahm… (Aber) Generalstaatsanwalt William French Smith, nachdem er von den Erkenntnissen unterrichtet worden war, schloss weitere Handlungen des Justizministeriums aus…''

Ein Bundesbeamter sagte, die Besuche (Barbies in den USA) scheinen in Zusammenhang gestanden zu haben mit den Geschäften von Herrn Barbie als Mitbesitzer von Transmaritima Boliviana, der nationalen bolivianischen Schifffahrtsgesellschaft. Er sagte, dass in Akten nichts darauf hinweise, dass die Besuche in irgendeiner Art von Beziehung zu irgendeinem US Geheimdienst standen.

[Ende Zitat New York Times]

 

Wie wurde Barbie, ein gejagter Kriegsverbrecher, zum Mietbesitzer der nationalen bolivianischen Reederei?

Und wie glaubhaft war es, dass seine Geschäftserfolge, gemeinsam mit seinen „Verdiensten” um die Todesschwadrone nicht „in irgendeiner Art von Beziehung zu irgendeinem US Geheimdienst standen''?

Darüber hinaus blieb eine interessante Frage unbeantwortet: Wenn Barbie als Mitbesitzer einer Schifffahrtsgesellschaft in die USA kam, was war es, was er verschiffen wollte? 

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Der ''Miami Herald” lässt eine Bombe explodieren

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Am 13. März 1983 warf der ''Miami Herald” die Bombe ab. [8]

[Hervorhebung von J.I.]

"Der ''Miami Herald” berichtete am Sonntag unter Berufung auf diplomatische Kreise und auf Waffenhändlerkreise, dass Barbie bei seinen Waffeneinkaufstrips in die USA einen bolivianischen Diplomatenpass benutzte....In einem seiner bedeutendsten Waffeneinkaufs-Coups versandte Barbie in der Mitte der siebziger Jahre100 *leichte Panzer* von Österreich…, sagte eine diplomatische Quelle dem ''Miami Herald”.

 

Barbie war also gemäss ''Miami Herald” nicht nur ein Top-Agent der bolivianischen Regierung, der mit dem Waffeneinkauf für die Armee betraut wurde, sondern diese Tatsache war unter Diplomaten allgemein bekannt!

Der bolivianischen Regierung war natürlich bekannt, dass Barbie wegen Kriegsverbrechen in Frankreich gesucht wurde. Weshalb sollte sie internationale Verurteilung riskieren, indem sie dieses Monster deckte, ja es zum Mitbesitzer ihrer eigenen Schifffahrtslinie machte und ihm einen Diplomatenpass gab um ihm den Einkauf von Waffen zu ermöglichen? Es sei denn, dass den Bolivianern von den US-Amerikanern versichert worden war, dass die USA intervenieren würde, falls Frankreich Schwierigkeiten machen würde.

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Ganze Abteilung: Kehrt!

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An diesem Punkt machten sich einige Leute des US-Außenpolitik Establishment ein paar ernsthafte Gedanken. Es war klar, dass die Öffentlichkeit so oder so über ein Verhältnis der USA mit den Nazis orientiert werden würde. Die Frage war, *was* die Öffentlichkeit erfahren würde und was sie von dieser Nachricht halten würde?

Eine neue Verfahrensweise war gefragt.

Wenn weiterhin neue Enthüllungen ans Tageslicht kämen und Bundesstaatsanwalt Smith weiterhin gegen Untersuchungen mauern würde, so würde die Öffentlichkeit daraus schließen, dass etwas vertuscht werden solle, dass Barbie nur die Spitze eines Eisbergs war.

Zuallererst musste etwas unternommen werden, um  ehemalige CIC Agenten daran zu hindern, an die Öffentlichkeit zu gehen und alles zu verraten. Das wurde durch die Bekanntmachung erreicht, dass jedermann, der zugab, bewusst mit einem Kriegsverbrecher zusammengearbeitet zu haben, einer Untersuchung unterzogen werden könne. Das wird später besprochen.

Zweitens war es entscheidend, sicherzustellen, dass in dieser Zeit, in der Frankreich sich auf den kommenden Prozess gegen Barbie vorbereitete, die französischen Medien irgendwie davon abgehalten würde, sich mit Barbies US-Beziehungen näher zu befassen. Das wurde durch Barbies Anwalt, Jacques Vergès, erreicht. Auch darüber später mehr.

Drittens und am wichtigsten war es, sofort etwas gegen den in der Öffentlichkeit entstandenen Eindruck der Vertuschung zu unternehmen.

Das erforderte eine totale Kehrtwende. Das Establishment war sich bewusst, dass die amerikanische Öffentlichkeit nicht geneigt war, zu glauben, dass die US-Geheimdienste aus den Einzelteilen des Nazi-Kriegsverbrecher-Apparates konstruiert worden war. Die Öffentlichkeit wollte gesagt bekommen: „Nein, so ist es nicht!''

Um die Leute davon zu überzeugen, dass alles in Ordnung war, mussten US Funktionäre tiefe Sorgen über die Barbie Enthüllungen äußern. Die Geheimdienst-community selbst musste die Vorreiterrolle beim Ruf nach einer Untersuchung übernehmen. Darüber hinaus musste der zu designierende Vorsitzende des Untersuchungsausschusses eine Person des öffentlichen Vertrauens sein.

Wenn dann die Öffentlichkeit beschwichtigt sein würde, konnte ein Abschlussbericht vorgelegt werden, der einige Tatsachen zugab aber alles vermischte mit glatten Lügen und irreführenden Halbwahrheiten.

Wer hatte die Glaubwürdigkeit für einen solchen Job?

Auftritt Allan A. Ryan. 

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Von Grosser Sorge erfüllt

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Am 14.März ließ die New York Times die Nachricht durchsickern, dass das Mitglied im nationalen Sicherheitsrat William P. Clark den Bundesstaatsanwalt William French-Smith bedrängt hatte, seine Meinung zu ändern. Am selben Tag vollführte das Justizministerium eine abrupte Kehrtwende. Barbies Beziehungen zu US-Geheimdiensten waren nicht mehr länger eine Angelegenheit von rein historischem Interesse. In einer Erklärung des Justizministeriums hieß es: [9]

Wir sind tief besorgt über die Anschuldigungen, und eine vorläufige Durchsicht von einschlägigen Staatsakten gibt Anlass zur Annahme, dass diese Anschuldigungen ausreichend Substanz haben, um eine umfassende Untersuchung zu rechtfertigen.''

Allan A. Ryan wurde als Leiter der Untersuchung ausgewählt. Er war Chef des OSI (Office of Investigations). Diese Abteilung des Justizministeriums hatte die Aufgabe, Nazis, die nach dem 2. Weltkrieg illegal in die USA eingereist waren, auszuschaffen. Und Ryan hatte eine starkes Profil: In den vergangenen fünf Monaten war er sieben Mal in der Washington Post und in der New York Times als Befürworter der Verfolgung von Nazi-Immigranten zitiert worden. Er hatte ein anti-Nazi-Image.

Ryans Untersuchung zeitigte einen offiziellen Bericht. Dieser Bericht konzentrierte sich auf vier Fragen:

* War die Entscheidung, Nazis zu rekrutieren von niederen Chargen des Geheimdienstes getroffen worden oder von der Direktion.

* Wussten die US-Geheimdienstbeamten, als sie Barbie anstellten, dass er wegen Kriegsverbrechen gesucht wurde?

* War Barbie der einzige Nazi-Kriegsverbrecher, dem die USA zur Flucht aus Europa verhalfen?

* Arbeiteten die USA weiter mit Barbie zusammen, nachdem er sich in Bolivien niedergelassen hatte?

 

In Teil 3 werde ich Allan A. Ryans Bericht analysieren. Ich werde zeigen, dass Ryan die Öffentlichkeit über alle diese Punkte wissentlich falsch informierte – mit anderen Worten: Dass er log. Der Bericht Ryans war gleichzeitig die Einführung des modus operandi , mit dem Washington in Zukunft Enthüllungen über US-Nachkriegsrekrutierungen von Nazis behandelte.

Dieser modus operandi bestand aus folgenden Punkten:

1)     Ergreife die Initiative

2)     Erscheine selbstkritisch

3)     Erwecke in der Öffentlichkeit den falschen Eindruck, dass, was auch immer geschah, es ein Pfusch war und/oder vernünftige Maßnahmen niederer Chargen.

4)     Unterdrücke Hauptpunkte und lüge über andere Punkte, so dass es der Öffentlichkeit schwer fällt, zu sehen, dass die USA eine systematische Politik des Wiederaufbaus des Nazi-Kriegsverbrecher-Apparates verfolgte.

Gewöhne die Menschen langsam an die Idee, dass die USA mit Nazis zusammengearbeitet haben, so dass neue Enthüllungen wie veraltete Nachrichten erscheinen, mit anderen Worten: Desensibilisiere sie. Das ist ein der Impfung gegen bestimmte Viren sehr ähnliches Verfahren. Von Allan A. Ryans Auftritt an wurden wir in verschiedenen Stufen dagegen immunisiert, die Wahrheit darüber zu erfassen, was die USA nach dem 2. Weltkrieg mit den Nazis machte.

Mehr dazu in Teil 3: „Die Lügen des offiziellen Berichts von Allan A. Ryan über Klaus Barbie.''

 

Jared Israel
Herausgeber, Emperor's Clothes

 

Fußnoten nach dem Spendenaufruf

 

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Fußnoten und weiterführende Literatur

[1] Wir haben Material zu den Verbrechen Klaus Barbie ins Netz gestellt unter:
http://emperors-clothes.com/docs/barbie-2.htm 

Diese Verbrechen waren so ungeheuerlich, dass es nahe liegt, anzunehmen, dass Barbie eine Ausnahme war, das seine Verbrechen sich nicht vom Nazismus sondern von seiner sadistischen Persönlichkeit herleiteten. Aber diese Annahme verfehlt das Wesentliche. Der Nazismus wählte Leute wie Barbie aus und ermunterte ihre Charakteranlagen. Barbie war das willige Produkt der SS, welche sich ganz der Idee verschrieben hatte, Menschen umzubringen, die von den Nazis als Untermenschen oder als politische Gegner betrachtet wurden. Seine Einschätzung durch Vorgesetzte und seine Auszeichnungen belegen, wofür die SS stand. Nachdem Barbie z.B. im Mai 1940 nach Holland versetzt worden war:

„Am 20.April 1941 wurde er mit dem „Eisernen Kreuz zweiter Klasse mit Schwertern'' ausgezeichnet dafür, dass er ein Ghetto von 300 Juden ‚gesäubert' hatte.''

-- Erhard Dabringhaus, 1984, Klaus Barbie, Washington, D.C.: Acropolis Books, p. 101

Barbies Vorgesetze beurteilten sein Verhalten als vorbildlich:

"Seine [SS] Akte bestätigt das Vertrauen, das er erweckte: Ein über alle Zweifel erhabener Kamerad, ausgezeichnete Dienstzeugnisse, vorbildliche Führung als SS Offizier und außerhalb des Dienstes. ‚er soll seine Nazi-Weltanschaung bestätigend bekundet haben', sagt eine Notiz in seiner Akte.

-- Manchester Guardian Weekly; February 13, 1983; Section: Pg. 1'; Headline: An unrepentant Nazi brought to book; byline :Jean Marc Theolleyre 

[2] The Associated Press; February 5, 1983, Saturday, AM cycle; Domestic News; Headline: Prof Says 'Nazi Butcher' Was Paid U.S. Informant; New York

[3] Erhard Dabringhaus, 1984, Klaus Barbie, Washington, D.C.: Acropolis Books, pp. 28-29)

[4] Library of Congress Country Study - Bolivia
http://lcweb2.loc.gov/frd/cs/botoc.html
See section entitled 'Military Rule, 1964-82' and click on 'Transition to Democracy'

[5] Betreffend Nazi-Todesschwadrone oder Einsatzgruppen, siehe
http://www.ess.uwe.ac.uk/genocide/cntrl10_trials.htm#Einsatzgruppen

[6] The Associated Press; February 25, 1983, Friday, Am Cycle; Section: International News; Length: 695 Words; Byline: By Peter Mcfarren, Associated Press Writer; Dateline: La Paz, Bolivia. Ganze AP-Meldung unter:
http://emperors-clothes.com/docs/lapaz.htm

[7] New York Times; March 8, 1983, Tuesday, Late City Final Edition; Section: Section A; Page 4, Column 1; Foreign Desk; Headline: U.S. Is Reported to have Evidence that Barbie Visited in '69 and '70; Byline: By Ralph Blumenthal, Special to the New York Times; Dateline: Washington

[8] Zitiert in: United Press International dispatch; March 14, 1983, Monday, PM cycle; Section: Domestic News; Dateline: Miami

[9] The New York Times; March 15, 1983, Tuesday, Late City Final Edition; Section: Section A; Page 4, Column 3; Foreign Desk; Headline: U.S. Plans Inquiry On Barbie; Byline: By Ralph Blumenthal, Special To The New York Times; Dateline: Washington, March 14


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