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Der Iran schickt angeblich 5000 Soldaten in den Nordirak

Gesteht „das State Department ... dem Iran eine zu große Bedeutung" zu?

Guy Dinmore, Washington
(Financial Times)

Kommentiert von Jared Israel
(20. Februar 2003)

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Liebe Leserinnen und Leser,

dieser Artikel ist der erste einer Serie, die sich mit dem Verhältnis zwischen den USA und dem Iran sowie mit dem laufenden Krieg gegen den Irak beschäftigt. Er wurde vor Beginn der laufenden US-Invasion des Irak verfasst. Viele darin enthaltene Fakten und Analysen sind jedoch auch heute noch von Bedeutung.

-- - John Flaherty, Emperor's Clothes

***

*Kommentar*

Weiter unten zitieren wir den gesamten Text eines Artikels aus der Financial Times.

Dieser Artikel berichtet über eine angebliche Invasion von 5000 Soldaten in den Nordirak, mit Unterstützung des Iran.

Diese Truppen unterstehen angeblich dem Obersten Rat für die islamische Revolution im Irak (Supreme Council for Islamic Revolution in Iraq, SCIRI). Anführer von SCIRI ist Ayatollah Muhammand Baqir al-Hakim.

Eine Untersuchung des Wissenschaftlichen Dienstes des US Congress zum Thema Opposition im Irak weiß über SCIRI Folgendes zu berichten:

[Zitat:]

SCIRI wurde 1982 gegründet, um die iranische Kontrolle über die schiitische Opposition im Irak und den Golfstaaten zu stärken. Der Führer von SCIRI, Ayatollah Muhammad Baqir al-Hakim, wurde von Ayatollah Chomeini für die Leitung einer islamischen Republik Irak favorisiert.

Hakim und seine Familie, insbesondere sein Bruder Abd al-Aziz, waren die Anführer der Da'wa- (Missions-) Partei, die angeblich für das gescheiterte Attentat auf den Emir von Kuwait im Jahr 1985 verantwortlich war, ebenso für die Angriffe auf die US-amerikanische und die französische Botschaft in Kuwait vom Dezember 1983.

Mitglieder der libanesischen Hizbullah, die in den 80er Jahren US-Bürger als Geiseln festhielten, knüpften deren Freilassung oft an die Freilassung von 17 Mitgliedern der Da'wa-Partei, die für die genannten Verbrechen in Kuwait inhaftiert waren.

SCIRI verfügt über ungefähr 5000 Kämpfer, zusammengefasst im "Badr"-Korps (benannt nach einer Schlacht aus der frühislamischen Geschichte)... Islams Revolutionsgarde, die politisch auf der Linie der Hardliner in der Staatsverwaltung liegt - unterstützt „Badr" nach wie vor unter anderem mit Waffenlieferungen. [1]

[Zitat Ende]

Der Artikel der Financial Times berichtet:

„Regierungsnahe Quellen in den USA und im Iran weisen darauf hin, dass Ayatollah Hakim [der Anführer von SCIRI], dessen Hauptquartier sich seit 1980 in Teheran befindet, nicht einfach als eine iranische Marionette unter der direkten Kontrolle von Teheran betrachtet werden kann."

Tatsächlich nicht?

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Werden die Regimes neu sortiert?

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Man könnte sich fragen, wie ernst ungenannte offizielle Quellen aus den USA und dem Iran zu nehmen sind, wenn diese eine Kontrolle von SCIRI durch den Iran dementieren. Hätten die Iraner nicht Gründe, die Unwahrheit zu sagen? Und könnten nicht auch US-Amtsträger Grund genug haben, es hier mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen? Wieder die Financial Times:

„Beobachtern zufolge lässt die Bush-Regierung bisher keinen einheitlichen Standpunkt zum Iran erkennen. Vertreter einer härteren Position aus dem Pentagon fürchten, das State Department könnte dem Iran eine allzu bedeutende Rolle zugestehen."

Halten wir fest: der angebliche Streit zwischen Pentagon und Außenministerium bezieht sich nicht darauf, *ob* der Iran eine Rolle spielen soll, sondern *in welchem Ausmaß*!

Wenn SCIRI ein Werkzeug der fundamentalistischen Kräfte im Iran ist - und das ist wahrscheinlich -und wenn weiterhin das US-Establishment für diese Kräfte eine bedeutende Rolle im Irak nach Hussein vorsieht, dann hätten regierungsamtliche Quellen in den USA sicher Grund genug zu leugnen, dass SCIRI ein Werkzeug des Iran ist.

Wie enthusiastisch würde schließlich die Öffentlichkeit noch einen „Regimewechsel" unterstützen, wenn unsere führenden Politiker offen verkündeten, sie wollten den wenig liebenswerten Herrn Hussein durch die ebensowenig vielversprechende Perspektive einer Ayatollah-Regierung ersetzen?

Meiner Meinung nach sind die Berichte über einen Konflikt innerhalb der Regierung nicht allzu ernst zu nehmen. Irgendjemand behauptet immer, Pentagon und State Department lägen sich in den Haaren. Aber am Ende scheinen sie sich doch immer einig zu werden. Ich glaube, unsere erlauchten Führer verbreiten solche Märchen absichtlich. In diesem Reich von Nebelkerzen und Zerrspiegeln weiß unsere Führung nur zu gut: wenn sie sich uneinig präsentieren, wird jeder seine Fangruppe finden.

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Was ist aus dem *letzten* „schweren Konflikt" geworden?

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In der Vergangenheit erzählte man uns, hinter der Zerlegung Jugoslawiens habe ein Konflikt zwischen den USA und Deutschland gestanden. Man sagte uns, dieser Konflikt habe eine tiefgehende wirtschaftliche Grundlage etc. Und doch waren schließlich beim Einmarsch in den Kosovo die USA und Deutschland wieder vereint. Unter Führung der USA, versteht sich.

Deshalb habe ich persönlich so meine Zweifel, was den bis zur Lächerlichkeit offenen Kampf zwischen den USA und Deutschland über die Frage eines Angriffs auf den Irak betrifft. (Nebenbei bemerkt ist es bald März, also das viel diskutierte Stichdatum für einen Angriff, und die USA haben den Irak immer noch *nicht* angegriffen. Darüber lohnt es sich nachzudenken...)

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Ist der ‚Riss' zwischen den USA und Deutschland eine Seifenoper?

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Die USA und Deutschland streiten sich *in aller Öffentlichkeit*. Aber im Stillen, wo es darauf ankommt, in den entscheidenden Bereichen Balkanpolitik und Afghanistan nämlich, zeichnet sich doch keine schwerere Ehekrise ab...

Afghanistan ist zum Beispiel sehr wichtig für die USA.

Und doch haben nicht ohne Stolz Deutschland und die Niederlande das Kommando über die Internationale Schutztruppe ISAF in Afghanistan übernommen.

[Zitat aus dem Independent:]

... Der Oberbefehl wurde bei einer Zeremonie in einer Oberschule in der Hauptstadt durch den türkischen Generalmajor Hilmi Akin Zorlu übergeben. Anwesend waren unter anderem Hamid Karzai, der afghanische Präsident, Peter Struck, der deutsche Verteidigungsminister sowie der niederländische Verteidigungsminister Benk Korthals. ‚Zum ersten Mal sind NATO-Truppen in Afghanistan eingesetzt - vielleicht ist dies ein Schritt zu einer erweiterten Verantwortung der NATO für dieses Land", sagte Struck im Hinblick auf die deutsche und niederländische NATO-Mitgliedschaft.

Von Struck stammte bereits der Vorschlag, die NATO solle nach Ablauf der gemeinsamen deutsch-niederländischen Verwaltung in sechs Monaten das Kommando übernehmen. Frankreich dagegen fürchtet, ein solcher Schritt könnte in dieser bereits gespannten Atmosphäre weitere Ressentiments provozieren...

Im Dezember 2002 verdoppelte Deutschland sein Kontingent im Rahmen der Friedenstruppe auf 2500 und verlängerte die deutsche Beteiligung um ein Jahr. Das türkische Kontingent, gegenwärtig 1400 Soldaten, soll um 160 Mann verringert werden. Es ist vorgesehen, dass die Rolle der Friedenstruppen eines Tages von der neu zu schaffenden afghanischen Polizei übernommen werden soll, aber dass es dazu in den nächsten Jahren kommt, ist unwahrscheinlich.

Die Regierung Karzai und die Vereinten Nationen haben für eine bedeutendere Rolle der Truppen außerhalb von Kabul geworben. Abdullah Abdullah, der afghanische Außenminister, erklärte, seine Regierung wünsche die Verlängerung des Mandats über 2003 hinaus.

The Independent, 11. Februar 2003

[Zitat Ende]

Wohlgemerkt: die von den USA kontrollierte Regierung Karzai ruft nach einer „bedeutendere[n] Rolle [der ISAF] außerhalb von Kabul." Die USA fordern die ISAF also zur Übernahme einer bdeutenderen Rolle gerade in dem Augenblick auf, in dem Deutschland das Kommando übernimmt! Sieht so ein Streit zwischen zwei Ländern aus?

Auch scheint der vielbeschworene deutsch-amerikanische Konflikt das Funktionieren der NATO in der Praxis nicht im Mindesten einzuschränken. Der folgende Artikel meint, Frankreich bleibe außen vor, doch ist das nicht oft Frankreichs Position?

[Zitat Associated Press:]

(Meine Hervorhebungen)

(Brüssel, Belgien, AP) -- Nach Aussage des NATO-Generasekretärs wird die Allianz der Türkei gegen einen etwaigen Angriff aus dem Irak rasch Hilfe leisten.

Der NATO-Rat hat die Lieferung von Raketen, Radarflugzeugen und die Entsendung von Einheiten zur Bekämpfung chemisch-biologischer Waffen in die Türkei beschlossen. Die Türkei grenzt an den Irak.

Die USA hatten seit Mitte Januar auf militärische Planung gedrängt, aber Frankreich, Deutschland und Belgien hatten jede Aktion blockiert.

*Ein verteidigungspolitisches Komitee der NATO, dem Frankreich nicht angehört, brach die Pattsituation auf und erlaubte den Beginn der militärischen Planung.*

[Zitat Ende]

Der angebliche Widerstand Deutschlands gegenüber den USA hat Deutschlands Ansehen bei vielen Kriegsgegnern steigen lassen. Manche hoffen vielleicht, Deutschland könnte in seiner neuen Rolle, als Oberkommandierender der westlichen Truppen in Afghanistan, diesem vielgeprüften Land Erleichterung bringen. Bevor Sie diese Schlussfolgerung ziehen, lesen Sie unsere Artikel, die sich mit der Hölle beschäftigen, die deutsche und holländische Truppen als Besatzungsmacht in der Stadt Orahovac im Kosovo geschaffen haben. Diese Artikel sollten den allzu Hoffnungsfrohen zu denken geben... [2]

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Seit wann *diskutieren* die USA öffentlich ihre Kriegspläne?

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Vielleicht ist das Gerede über einen deutsch/amerikanischen Konflikt einfach nur für die Öffentlichkeit bestimmt. Klingt das seltsam? Es fällt immerhin auf, dass insgesamt einiges an der Vorbereitung für diesen viel diskutierten Krieg reichlich seltsam ist.

Zum Beispiel: seit wann führen die USA ein halbes Jahr lang eine Debatte in aller Öffentlichkeit über die Frage, *ob* der Krieg überhaupt stattfinden solle? Vergleichen Sie, was dagegen der frühere Herausgeber der Washington Post, Ben Bradlee, zu dem Täuschungsmanöver zu sagen hat, das die Eskalation hin zum Vietnamkrieg bedeutete:

[Zitat:]

„Für den Fall, dass die Jahre des Vietnamkriegs in unserer Erinnerung bereits verschwommen oder gar ganz vom Bildschirm verschwunden sind, darf ich Sie daran erinnern, dass die sogenannte Schlacht vom Golf von Tonkin die einzige Grundlage des Tonkin-Golf-Beschlusses war, also der einzigen Rechtsgrundlage für den Krieg der USA gegen Vietnam. Dieses Nicht-Ereignis geschah am 4. August 1964. Präsident Johnson hielt noch am selben Abend eine Fernsehrede, um den Kongress zur Verabschiedung eines entsprechenden Beschlusses aufzufordern. Am nächsten Tag wurde der Beschluss dem Kongress zu Entscheidung vorgelegt. Zwei Tage später wurde er vom Repräsentantenhaus einstimmig und vom Senat mit einer Mehrheit von 88 zu 2 verabschiedet.

Die ‚Tatsachen', die Grundlage für diesen Beschluss von zentraler Bedeutung existierten einfach nicht. Schlechte Information? Bewusste Irreführung? Täuschung? Alles das zusammen! Lügen, kurz gesagt.

[Zitat Ende]

Weitere Informationen zur Bradlee-Rede unter:
http://emperors-clothes.com/letters/wrong.htm#1

Ein anderes Beispiel ist die Bombardierung Serbiens. In Racak wurde ein Massaker vorgetäuscht, gefolgt von vorgetäuschten Verhandlungen in Rambouillet, welche die Öffentlichkeit von der 'Halsstarrigkeit' der Serben überzeugen sollten. Und dann wurde sofort bombardiert. Zehn Wochen nach Racak. Kein öffentliches Händeringen. Keine Mediendebatte. Kein Konflikt unter Verbündeten. [3]

Serbien und Vietnam sind keine Zufälle, wie auch das berühmte Dokument aus dem Pentagon mit Namen ‚Northwoods' belegt (samt unserer Analyse auf dieser Website zu finden.) [4]

Dieses interne Arbeitspapier des Pentagon macht überdeutlich, dass für die Führung des Pentagon die *zentrale Frage* bei der Kriegsvorbereitung der Überrumpelung der öffentlichen Meinung ist, der Sieg auf dem Felde der Public Relations; der Angriff folgt unmittelbar. Aber der Irak ist immer noch nicht 'in flagranti' ertappt und die Opposition neutralisiert. Stattdessen haben wir Monat für Monat eine Diskussion mit schlechten Argumenten, also ein Geschenk des Himmels für die Gegner des Krieges.

Ja, es ist wahr: eine öffentliche Inszenierung eines Streits zwischen den USA und Deutschland wäre seltsam, aber noch andere Dinge an der Art und Weise, wie Washington sich auf diesen *zur Diskussion gestellten* Krieg vorbereitet, sind seltsam. Allen voran die Tatsache, dass der Krieg überhaupt zur Diskussion gestellt wird.

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Aber wieder zurück zum State Department

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Die Behauptung, das Pentagon und das Außenministerium seien darüber uneins, *welche* Rolle dem Iran zufallen solle, muss wohl cum grano salis verstanden werden. Mal heißt es, im Pentagon säßen die ‚Falken' und im Außenministerium die ‚Tauben'. Jetzt heißt es, ausgerechnet das State Department sehe für den Iran eine bedeutendere Rolle vor, im Gegensatz zum Pentagon. Macht also die Absicht, islamischen Fundamentalisten eine größere Rolle zu geben, das State Department zur Friedenstaube?

Könnten die Erfinder dieser Märchen bitte wenigstens ein bisschen auf Logik achten?

Lassen wir also die Abenteuergeschichten über Konflikte beiseite und kommen auf den Kern der Sache zurück: die Financial Times behauptet, das State Department sehe eine bedeutende Rolle für iranische islamische Fundamentalisten im Irak vor.

Die Financial Times benennt dabei ihre Quellen nicht, deshalb ist der Bericht nur eine Behauptung. Aber eine Behauptung, die es sich lohnt zu überprüfen. Sie passt zu unserer eigenen Vermutung darüber, was der ständig angedrohte Angriff auf den Irak wirklich bezweckt: *nicht* etwa den Kampf gegen islamischen Fundamentalismus, sondern im Gegenteil die Stärkung seiner Position im Rahmen der Errichtung des von den USA geführten Westlichen Imperiums. [5]

Gibt es weitere Hinweise darauf, dass die USA, im Gegensatz zu ihrer Behauptung, sie wollten im Irak den Terror bekämpfen, in Wirklichkeit eher eine „iranische Strategie" verfolgen? Ja, es gibt weiteres Beweismaterial, und ich werde hier im Lauf der Zeit noch mehr davon präsentieren.

Es folgt der Artikel aus der Financial Times.

--Jared Israel

* * *

Vom Iran unterstützte Truppen - eine weitere Herausforderung für die USA
Guy Dinmore, Washington Financial Times
Veröffentlicht: 18. Februar 2003 20:36 / Letzte Aktualisierung: 18. Februar 2003, 20:36

Der Einmarsch von Truppen der schiitischen irakischen Opposition, die vom Iran unterstützt wird, in den Nordirak stellt die USA bei ihren Plänen zum militärischen Umsturz des Regimes in Baghdad und der Schaffung einer neuen Regierung vor immer komplexere Aufgaben.

Die 5000 Mann starkte Truppe, von der iranische regierungsamtliche Quellen behaupten, sie sei bereits 15 km auf nordirakisches Territorium vorgerückt, dient der Abwehr eventueller Bedrohungen durch Saddam Husseins Armee und eventuelle Verbündete. Aber somit wird auch ein Brückenkopf geschaffen, von dem aus das Spiel um militärische und politische Positionen beeinflusst werden kann, sobald das irakische Regime fällt.

Ayatollah Mohammed Baqir al-Hakim, ein schiitischer Araber und Anführer des Obersten Rats für die islamische Revolution im Irak (Sciri), betrachtet den Südirak als seine Hausmacht. Dutzende seiner Verwandten wurden durch das Regime in Baghdad getötet oder verhaftet, viele von ihnen nach dem missglückten Aufstand von 1991, das von den USA erst ermutigt und dann im Stich gelassen wurde.

Bewegungen seiner Truppen im Nordirak, Hunderte Kilometer vom Südirak entfernt, scheinen die Regierung der USA überrascht zu haben, die schon seit einigen Jahren neben etlichen anderen irakischen Oppositionsgruppen auch mit Sciri in Verhandlungen steht. Regierungsnahe Quellen in den USA und im Iran weisen darauf hin, dass Ayatollah Hakim, dessen Hauptquartier sich seit 1980 in Teheran befindet, nicht einfach als eine iranische Marionette unter der direkten Kontrolle von Teheran betrachtet werden kann.

Aber Ayatollah Hakim und Jalal Talabani, Vorsitzender der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), dessen Partei dieses Gebiet im Nordost-Irak kontrolliert, wo sich jetzt Sciri-Truppen befinden, haben lange schon von einer militärischen Allianz gesprochen. Sie haben ein gemeinsames Interesse daran, die Macht der Ansar al-Islam zu begrenzen, einer sunnitische Extremistengruppe, die der Verbindung mit al-Qaida verdächtigt wird und eine Bergenklave in unmittelbarer Nachbarschaft des PUK-Gebiets besetzt hält. Gleiches gilt für die Volksmudschahedin, die von Baghdad unterstützte iranische Opposition. Aus iranischen Quellen verlautet, die US-Regierung habe Ayatollah Hakim privat versichert, die USA würden seine Teilnahme an einer demokratischen irakischen Regierung unterstützen, aber seine kleine Armee solle sich bei einer US-Invasion im Hintergrund halten.

Die USA fürchten, ein eventuelles Vorrücken der Kurden aus dem Norden und der Schiiten aus ihren südlichen Hochburgen könnte zu einem Blutvergießen größeren Ausmaßes unter der sunnitischen Minderheit führen.

Türkische Truppen stehen bereits im Nordirak, aber die USA erwarten, dass auch sie nicht in die Kämpfe eingreifen. Die Türkei fürchtet das große Flüchtlingspotential und ist außerdem über das Problem der turkmenischen Minderheit im Irak besorgt. Gleichermaßen ablehnend verhält sie sich gegenüber allen Bestrebungen der kurdischen Parteien zur Gründung eines eigenen unabhängigen oder quasi-souveränen kurdischen Staates, insbesondere, wenn die ölreiche Region Kirkuk diesem Staatsgebiet zufallen sollte.

Beobachtern zufolge lässt die Bush-Regierung bisher keinen einheitlichen Standpunkt zum Iran erkennen. Vertreter einer härteren Position aus dem Pentagon fürchten, das State Department könnte dem Iran eine allzu bedeutende Rolle zugestehen."

(C) Financial Times 18 February 2003 * Reprinted for Educational Use Only

***

[Fußnoten nach dem Spendenaufruf]

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Fußnoten

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[1] Iraq: U.S. Efforts to Change the Regime Update January 8, 2003 By Kenneth Katzman Specialist in Middle Eastern Affairs Foreign Affairs, Defense and Trade Division Congressional Research Service * Library of Congress Order Code RL31339
http://www.usembassy.at/en/download/pdf/iraq_regimechange.pdf

[2]* 'How NATO Brought Hell To A Kosovo Town'
von Jared Israel
http://emperors-clothes.com/analysis/savethe-a.htm

* Der holländische NATO-Oberst, der für die alptraumhafte Situation in der Stadt Orahovac im Kosovo verantwortlich ist, stellt die Version der NATO dar. Drei Frauen aus Orahovac antworten darauf.
'Women of Orahovac Answer the Colonel'
http://emperors-clothes.com/interviews/trouw.htm

[3] Unmittelbar nach dem angeblichen Massaker von Racak kam ans Licht, dass es sich dabei um ein Täuschungsmanöver handelte. So waren zum Beispiel Reporter der keineswegs pro-serbischen Zeitungen Le Monde und Le Figaro eingeladen worden, die jugoslawische Armee bei der Einnahme Racaks zu begleiten. Sie waren Zeugen des Geschehens von Anfang bis Ende und berichteten nichts über ein Massaker. Siehe
'Racak - the Impossible Massacre,' unter
http://emperors-clothes.com/articles/Johnstone/racakhoax.htm

[4] Das Northwoods-Originaldokument und die entsprechende Analyse:
"Northwoods: A Plan for Terror to Justify War," unter
http://emperors-clothes.com/images/north-int.htm

[5] Es folgen ein paar Artikel, die die Finanzierung des islamischen Terrorismus durch das von den USA geführte Imperium beleuchten:
* 'Washington's Backing of Afghan Terrorists: Deliberate Policy'
von Steve Coll, übernommen aus der Washington Post vom 19. Juli 1992
http://emperors-clothes.com/docs/anatomy.htm

* 'Dutch Report: US Sponsored Foreign Islamic Fundamentalists in Bosnia'
von Richard J Aldrich
Kommentiert von Jared Israel
http://emperors-clothes.com/analysis/used.htm

* Wenn die USA in Zentralasien den islamischen fundamentalistischen Terror bekämpfen, wie kommt es dann, dass die USA Millionen islamischer fundamentalistischer Textbücher nach Afghanistan liefern?
'Bush & the Media Cover Up the Jihad Schoolbook Scandal' von Jared Israel
http://emperors-clothes.com/articles/jared/jihad.htm

* Ein Gespräch zwischen Borislav Milosevic und Jared Israel, dem Herausgeber von Emperor's Clothes. Das Gespräch berührt viele Themen, auch Jared Israels Theorie, dass das Empire aus USA und EU den islamischen Fundamentalismus sowohl zum Angriff auf als auch zur Kontrolle über bestimmte Völker instrumentalisiert und ihn gleichzeitig als einen brauchbaren Feind verwendet.
'A Conversation with Ambassador Borislav Milosevic, Slobodan's Brother'
http://emperors-clothes.com/news/borislav.htm

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