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[Des Kaisers Neue Kleider]

Feigheit, Rassismus und Lügen: die Versenkung der Ehime Maru
Jared Israel, Emperor's Clothes.com, 16.2.2001

Es ist jetzt eine Woche vergangen seit der tragischen Versenkung des japanischen Übungsschiffes Ehime Maru durch das US-Unterseeboot Greeneville vor der Küste von Hawaii. An Bord des Übungsschiffes befanden sich Mannschaft und Studenten. Neun Menschen, davon vier 17-jährige Studenten, werden noch immer vermisst und sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tot.

Sie werden sich daran erinnern, dass die US-Marine zuerst behauptete, die Versenkung sei ein unvermeidlicher Unfall gewesen. Das U-Boot habe sich an alle Regeln gehalten:

"Anfänglich behauptete die Marine, das U-Boot habe sich innerhalb des 56 Quadratmeilen großen Übungsgebiets befunden, das von der nationalen Meeres- und Luftfahrtbehörde auf den Seekarten verzeichnet ist und Handels- und andere Schiffe zu besonderer Vorsicht auffordert." (Washington Post 15.2.2001)

Mittlerweile hat sich die Geschichte der Marine geändert:

"Am Mittwoch gab die Marine zu, dass die Greeneville sich etwa 3 km östlich des U-Boot-Übungsgebietes befand, als sie unter dem japanischen Schiff auftauchte." (a.a.o.)

Lasst sie absaufen! Zuerst behauptete die US-Marine, die Mannschaft habe alles unternommen, um den Opfern zu helfen. Der Kapitän des betroffenen Schiffes war allerdings anderer Meinung:

Hisao Onishi, der Kapitän des versenkten Schiffes Ehime Maru berichtete Reportern, die US-Seeleute hätten nichts unternommen, während er und andere im Meer geschwommen seien.

"Ich konnte einige Leute am Turm des U-Boots sehen," sagte er. "Sie ließen eine Strickleiter herunter ... aber niemand von unserem Schiff wurde vom U-Boot gerettet ... Sie schauten nur zu, bis die Küstenwache eintraf."

Admiral Thomas Fargo, der Befehlshaber der US-Flotte im Pazifik sagte, 3 bis 6 Fuß hohe Wellen hinderten die Seeleute der Greeneville daran, ihr U-Boot zu verlassen.

"Wegen des Seegangs konnt die Mannschaft die Luken nicht öffnen, um Überlebende an Bord zu nehmen," sagte er.

Die 26 Überlebenden berichteten, trotz des stürmischen Meeres sei kein Wasser in ihre Rettungsboote eingedrungen.

Erst nach über 20 Minuten kamen Rettungsschiffe der Küstenwache zu Hilfe nach der Kollision, die kurz nach 14.00 (Hawaiizeit) stattgefunden hatte. (Daily News - New York - 12. Februar 2001)

Warum hat die Mannschaft nichts unternommen während der 20 Minuten - warum übrigens 20 Minuten? Brauchte es so lange für die Funkmeldung? - bis die Küstenwache vom nahen Hawaii eintraf?

Das Unglück war eindeutig durch das US-U-Boot verursacht worden. Das Meer war warm. Alle erdenklichen Maßnahmen hätten ergriffen werden müssen - einschließlich solcher, die das Leben von US-Seeleuten aufs Spiel gesetzt hätten, was allerdings kaum vorstellbar ist - um mindestens zu versuchen, Überlebende zu retten. Nichts dergleichen geschah.

Warum? Aus Rassismus? Feigheit? Arroganz - aus der Überlegung, US-amerikanische Leben seien zu wertvoll, sogar wenn verbrecherische Nachlässigkeit - oder noch schlimmeres - einen tödlichen Unfall verursacht?

Einige US-Medien legten nahe, die Versenkung sei kein großes Thema in Japan:

"Die meisten Japaner sehen den Unfall am Freitag als Einzelfall." (AP Worldstream, 12. Februar 2001)

Aber das stimmte nicht:

Der japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori sagte dem Botschafter der USA in Tokio, dass Japan die Erklärung der Marine nicht glaubt, das U-Boot sei nicht in der Lage gewesen, Überlebende nach dem Unglück zu retten.

Die Menschen Japans haben ein tiefes Misstrauen gegenüber den Behauptungen der US-Marine entwickelt, sagte Mori gemäß der Nachrichtenagentur Kyodo dem Botschafter der USA Thomas Foley.

Der Ärger der Japaner wurde besonders aufgestachelt durch die Behauptung der Marine, die Wellen seien zu hoch gegangen, um die Luken des U-Boots zu öffnen und den Versuch zu unternehmen, jemanden zu retten. Der Kapitän des Fischdampfers sagte, der Seegang sei nicht besonders hoch gewesen, nicht einmal in die Rettungsboote sei Wassen eingedrungen. (St. Petersburg Times, 13. Februar 2001)

Keineswegs ordnungsgemäß Die Marine der USA behauptete, das U-Boot hätte sich an alle Regeln gehalten. Das stimmt nicht, sagt der U-Boot-Kapitän im Ruhestand in einem Interview in der Lehrer News Hour. Das U-Boot habe einen "rapid ascent" (= besonders schnelles Auftauchen) vollführt, eine Maßnahme für Notfälle, die nur angewendet wird, wenn es absolut notwendig ist.

Kapitän Jim Bush: Der rapide Aufstieg ist für ein U-Boot in bestimmten seltenen Situationen durchaus in Ordnung. Normalerweise wird man ihn nicht durchführen. Wenn man ihn in Friedenszeiten durchführt, hat man sich zu vergewissern, dass absolut sicher ist, dass man beim Auftauchen kein Schiff erwischt ... Wenn man 100%ig sicher gehen will, könnte man auftauchen und mittels Radar herausfinden, ob wirklich keine Schiffe in der Nähe sind. Danach kann man tauchen bis zur gewünschten Tiefe und von dort auftauchen. Vor man dieses rapide Auftauchen durchführt muss absolut gewährleistet sein, dass sich unmöglich ein ziviles Schiff in der Nähe befindet.

. wenn man nicht absolut sicher ist, dass sich kein Schiff in der Nähe befindet, führt man kein rapides Auftauchmanöver durch.

Jim Lehrer: Sonar und Radar sind also zusätzlich zur Rundsicht einzusetzen? Würden Sie dem zustimmen?

Kapitän Bush: Ja, sie unterstützen die Sicht, aber Radar kann darüber hinaus besonders nützlich sein, um möglichst zuverlässig zu bestimmen, ob möglicherweise ein Schiff sich in dem Gebiet befindet.

Jim Lehrer: Auf Grund Ihrer Erfahrung, wenn der Kapitän sich an das gehalten hätte, was Sie gerade gesagt haben, ist es praktisch unmöglich, dass das passiert wäre, was am Wochenende geschehen ist?

Kapitän Jim Bush: Das stimmt. Wenn er alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen hätte, hätte das praktisch nicht passieren können.

Gemäß einem Bericht in der Washington Post behaupten weder Mannschaft noch die eingeladenen Gäste(!), dass das Radar vor dem Auftauchmanöver eingesetzt worden sei. Sie sprechen nur von einem Rundblick durch das Periskop. Die New York Daily News beobachtete mit ihrem Hausverstand:

"Noch mehr erstaunt, wie es möglich ist, dass die empfindlichen Navigationsinstrumente nicht angezeigt haben, dass sich direkt über dem U-Boot ein 30m langer 499-Tonnen Fischdampfer befand."

Gut gelaunt im Unterseeboot Anfänglich gab die Marine der USA zu, es hätten sich Zivilisten an Bord des U-Boots zur Zeit des Unfalls befunden, behauptete aber, diese hätten nur beobachtet. Das klingt erstaunlich. Was treiben zivile Beobachter in einem Kriegsschiff?

Aber das ist nichts im Vergleich mit der Wahrheit, oder sollte ich sagen dem Teil der Wahrheit, der bisher ans Licht gedrungen ist? Zuerst behauptet die USA-Marine, das U-Boot sei auf einer Übungsfahrt gewesen, aber würde es nicht gerade auf einer Übungsfahrt Sinn machen, alle Maßnahmen einzuhalten, die den Regeln der Marine entsprechen? Das würde auch den Einsatz des Radars einschließen, aber der wurde ja nicht verwendet.

Wie zivile VIP-Gäste in der NBC "Today"-Nachrichtenshow berichteten, wurde das rapide Auftauchen in Wirklichkeit zur Unterhaltung dieser VIPs durchgeführt. In der Tat steuerte einer der Zivilisten, ein gewisser John Hall das U-Boot, als es gegen den Fischdampfer stieß.

"Ich stand auf der linken Seite im Kontrollraum, als mich der Kapitän fragte, ob ich die Gelegenheit nützen wolle, den Hebel zu ziehen, der den Vorgang, der "The Blowdown" genannt wird, auslöst," sagte John Hall in NBC´s "Today".

"Ich sagte `ja gerne, das würde ich gerne machen,´" sagte er.

Hall sagte, das nächste Mannschaftsmitglied sei rechts von ihm gestanden, Ellbogen an Ellbogen. "Ich meine man sollte unbedingt wissen, dass man auf diesem Schiff nichts tun darf, ohne dass einem jemand zeigt oder sagt, wie es getan werden soll oder ständig auf einen aufpasst."

Das steht außer Zweifel.

Keine Sorge: rassistisches Ungeheuer im Dienst Wie um die Verbindung zwischen der Großmachtarroganz der Vereinigten Staaten von Amerika auf hoher See und in Okinawa besonders zu erhellen stellte sich heraus, dass die Zivilistenpartie auf der Greeneville von einem "ehemaligen Befehlshaber der US-Streitkräfte im pazifischen Raum, dem Admiral im Ruhestand Richard Macke" organisiert worden war.

"Admiral Macke musste seinen Antrag auf vorzeitige Entlassung in den Ruhestand im Jahr 1996 stellen, nachdem er die Meinung geäußert hatte, dass die drei US-Soldaten, die ein Auto gemietet hatten, um ein 12-jähriges Mädchen in Okinawa zu entführen und zu vergewaltigen, stattdessen besser eine Prostituierte angeheuert hätten."

Worte von der Unersetzlichen Nation, an der sich der Rest der Welt ein Beispiel nehmen sollte.

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