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[Des Kaisers Neue Kleider]

Die eingeladenen Anwälte erwarten die Erlaubnis für den Besuch von Milosevic

Von Jared Israel (7.Juli 2001)

 Gestern wurde ich von den Anwälten Chris Black und André Tremblay per Telefon auf den neuesten Informationsstand gesetzt. Präsident Slobodan Milosevic hatte verlangt sie zu sehen, also flogen sie am Donnerstag nach Holland und warten nun darauf, dass ihr Besuch durch Offizielle des ‚Kriegsverbrechenstribunal’ genehmigt wird. Sie sollten bis Montag 12.00, MEZ Bescheid haben.

Über die Reise wurde in den Medien viel berichtet, z.T. den Tatsachen entsprechend, z.T. weniger. Herr Black sagte, das er vom „Toronto Star" total falsch zitiert wurde; insbesondere wurde der Grund seiner Reise falsch dargestellt, indem unterstellt wurde, dass er beabsichtige, auf Präsident Milosevic Druck auszuüben (damit er seine Verteidigung Anwälten übergibt .d.Ü.). Chris Black selbst sagte:

„Das Komitee zur Verteidigung von Milosevic und seine Anwälte haben nichts als Bewunderung für die Art und Weise, wie Herr Milosevic sich in der Auseinandersetzung mit dem Tribunal verhielt und wir gehen nach Den Haag, um ihn in jeder Art zu unterstützen, die er für angemessen hält."

BBC (welch angenehme Überraschung) berichtete korrekt:

„Zwei Kanadische Rechtsanwälte reisen z.Z. auf Verlangen des ehemaligen Präsidenten Slobodan Milosevic zum Internationalen Kriegsverbrechenstribunal nach Den Haag.

„die Anwälte sind Mitglieder eines internationale Unterstützungskomitees, das Herrn Milosevic als politischen Gefangenen betrachtet.

„Das Internationale Komitee zur Verteidigung von Slobodan Milosevic ICDSM setzt sich zusammen aus 200 Rechtsanwälten, Schriftstellern und Intellektuellen.

„Einer der Anwälte, Christopher Black, sagte, er reise dorthin im Auftrag des Komitees, um die Haftbedingungen von Herrn Milosevic in Augenschein zu nehmen und um jegliche Rechtsfragen zu besprechen, die Herr Milosevic zu besprechen wünsche.

„Bei seinem ersten Erscheinen vor dem Tribunal, zu Beginn der Woche, lehnte der frühere jugoslawische Führer einen Rechtsbeistand ab und trat nicht auf die Anklagen wegen Kriegsverbrechen ein...

„Herr Black, der von seinem Kollegen André Tremblay begleitet wurde, lehnte es ab darüber zu spekulieren, ob sie schlußendlich Herrn Milosevic vor dem Tribunal vertreten würden." (BBC News, 6. Juli 2001

Die Tatsachen werden nicht immer so objektiv berichtet. Hier ist ein Bericht, den ich über ein Interview schrieb, das BBC mit Chris Black am 3. Juli führte.

CHRIS BLACK; TOTAL VERSETZT

Wir leben in einer Freien Welt, es sei denn, man habe etwas zu freie Ansichten. Chris Black berichtet über ein Interview mit BBC, 9 AM Greenwich Mean Time.

Black: Zwei Stunden vor dem Interview hatte ich eine Besprechung mit dem Produzenten. Alles schien in Ordnung zu sein. Als jedoch die Sendung anfängt, bin ich plötzlich mit einem Reporter konfrontiert, der jedenfalls eine, die NATO stark unterstützende Linie vertritt, ich erinnere mich des Namens des Gentleman nicht mehr.

Israel: Das ist kein Gentleman.

Black: Es beginnt mit einer Anmoderierung: Irgendeine serbische Person, die sie gefunden hatten, um Milosevic in den Dreck zu ziehen und um zu sagen, dass er für seine ‚Verbrechen’ herangezogen werden müsse. Das Uebliche. Und dann sagt der Serbe: „Alle Serben sind verantwortlich".

Das schien mir eine gefährliche Ansicht zu sein. Zuerst die Behauptung von Verbrechen. Kein einziger Beweis wurde diskutiert aber die Zuhörer würden denken, „das sagt ein Serbe, also muß es wahr sein". Und dann das, auf was er hinaus wollte: Die Serben sind alle schuldig.

Der Serbe sagt, „Wir sollten nicht an eine Kollektivschuld glauben." Aber dann sagt er: "Alle Serben sind schuldig."

Dann wenden sie sich abrupt zu mir; der BBC-Mensch sagt: „Nun Herr Black, glauben Sie, dass er ein gerechtes Verfahren bekommen wird beim Tribunal?"

Und ich sagte ihm ganz offen: „Nein", und erkläre weshalb: „Es ist ein NATO-Gericht, dessen Sinn und Zweck in der Rechtfertigung der eklatanten NATO-Aggression besteht."

Dann macht er einen Schnitt und sagt, „Sicherlich werden Sie nicht behaupten, dass er keine Verbrechen zu verantworten hat?"

Bei Wort „sicherlich" wird erwartet, dass man klein beigeben soll; man wird in Zange genommen, um einem zu entlocken, "aber nein, natürlich behaupte ich das nicht" Aber ich sagte, „Genau das sage ich. Noch niemand hat irgendwelche Beweise zu Gesicht bekommen."

Und er sagte, „ Nun kommen Sie schon, es gibt jede Menge Beweismaterial, die seine Schuld beweisen. In den Medien wurde alles bewiesen. BBC hat es auch gebracht."

Ich sagte, „Das ist Schaumschlägerei. Es gibt nichts solides mit dem etwas bewiesen werden könnte. Wenn sie irgend etwas solides gehabt hätten, hätten sie es längst veröffentlicht. Es sind alles Erfindungen, die sich in nichts auflösen, wenn man sie einer Prüfung unterzieht."

Darauf er, „Wie können Sie eine solch pauschale Äußerung machen?"

Ich, „Genauso wie Sie Ihre pauschale Äußerung gemacht haben, habe ich das Recht meine eigene pauschale Äußerung zu machen. Der Zweck dieses Gerichts ist es, der eigenen Bevölkerung gegenüber die NATO-Aggression gegen Jugoslawien zu rechtfertigen. Zu rechtfertigen, dass die NATO das Recht hatte, dieses arme Land zu bombardieren."

Und dann sagte er, „Aber sicherlich werden Sie zustimmen, dass er eine faires Verfahren bekommt!"

Darauf sagte ich, „Aber sicherlich werde ich dem nicht zustimmen. Er wurde im Vorfeld bereits verurteilt."

Da sagte er, „Wie? Wie könne Sie so etwas behaupten? Das sind nur Beschuldigungen, Unterstellungen. Es gab keine Vorverurteilung.. Wer hat ihn verurteilt?"

Ich sagte, „Er wurde in den Medien vorverurteilt."

Er sagte: „Wie können Sie das sagen?"

Ich darauf, „Sie sagten es."

Er, „Wann?"

Ich sagte, „Gerade vor einer Minute. Sie fragten mich, wie ich abstreiten könne, dass er schuldig sei, wenn doch alles in den Medien bewiesen wurde, inklusive der BBC. Ihre Worte."

An diese Punkt machte das Telefon „Klick" und es gab eine Pause von 15 Sekunden und dann kam eine Frau dran und sagte, „Nun, haben Sie vielen Dank, auf Wiederhören."

Israel, „Das war’s? Nicht einmal Blumen?"

Black, „Nichts"

Israel, „Ich sagte doch, dass dies kein Gentleman ist.

Ende des Berichts über das BBC Interview.

UND WAS GENAU WOLLEN SIE MIT HERRN MILOSEVIC BESPRECHEN?

Obwohl Präsident Milosevic um das Treffen mit Chris Black und André Tremblay ersucht hatte, mußten sie beim ‚Tribunal’ einen Antrag stellen, Formulare ausfüllen, sich einer Befragung unterziehen.

Ein Vertreter des ‚Tribunals" fragte Chris Black was er, Tremblay und Milosevic zu besprechen beabsichtigen. Black stellte klar, dass diese Frage das Verhältnis zwischen Rechtsanwalt und Klient beeinträchtigt. Der Tribunalvertreter argumentierte, dass der Präsident sich selbst verteidige und deshalb keine Anwälte zu sehen brauche. Chris antwortete, dass, unabhängig von der Art und Weise, wie Präsident Milosevic sich mit dem ‚Tribunal’ auseinandersetze, er das Recht habe, einen Rechtsanwalt oder irgend jemand, den er für geeignet halte, zu Rate zu ziehen. Nur aus der Tatsache, dass er es für richtig halte, sich nicht von Rechtsanwälten vor dem ‚Tribunal’ vertreten zu lassen, nur aus seiner Meinung über dieses Gremium folgere keineswegs, dass er nicht das Recht habe, mit Rechtsanwälten zu sprechen.

ANDRÉ TREMBLAY

Heute morgen (U.S. Zeit Ostküste) sprach ich nochmals mit Chris und ebenso, zum ersten Mal, mit dem Rechtswissenschaftler André Tremblay.

Tremblay ist Professor an der juristischen Fakultät der Universität von Montreal. ‚Diesen Monat hielt er eine Rede vor dem Europäischen Parlament, in der er das Haager ‚Tribunal’ einer vernichtenden Kritik unterzog.

Genauso wie Chris Black, hat Tremblay Beamte der früheren ruandischen Regierung vor dem ‚Ruanda Kriegsverbrechenstribunal’ (einer Art Muttertribunal desjenigen, das Milosevic gefangen hält) verteidigt, die von ersterem en masse eingekerkert wurden.

Die jetzige Regierung von Ruanda, die als eine, von den USA geschulte und bewaffnete, Kleinarmee begann, muß sich keine Sorgen machen betr. juristischer Problem mit dem ‚Tribunal’. Viele Experten sagen, das diese jetzige ruandische Regierung und ihre U.S. Sponsoren eine erdrückende Verantwortung für frühere und momentane Gewalttaten in Ruanda haben. Aber das ist ein ganz anderer Alptraum. ..(3)

Ich fragte Herrn Tremblay, ob er seine Arbeit beschreiben könne und er sagte, „ich verteidige Menschen, die in Not sind, solche die mißbraucht werden, die unterdrückten."

Über die Entführung und das ‚Gerichtsverfahren’ gegen Herrn Milosevic sagte er:

„Es ist nur der Anfang. Es wird ein langer Kampf werden. Der Präsident ist in guter Stimmung und bereit zu kämpfen. Wir fürchten uns nicht und er fürchtet sich nicht –

denn wir haben die Wahrheit auf unserer Seite."

Chris Black sagt, dass die anderen serbischen Gefangenen, die in dem ‚Tribunal’ gefangen gehalten werden, durch Milosevics Widerstandshaltung elektrifiziert waren.

JI

(d.Ü. = der Übersetzter: Jost Lang)

Hinweise:

1) Um Chris Black zu sehen und zu hören (CBC TV) surfen sie zu: http://cbc.ca/clips/ram-newsworld/kelley_black010704.ram

2) Zur Dämonisierung Milosevics lesen Sie bitte Die UCK attackiert alle, die Medien . Milosevic http://emperors-clothes.com/german/articles/d-attackiert.htm

3)Das Ruanda Tribunal wird behandelt in folgenden Artikel: a) 'One-Sided Justice At The Rwanda Tribunal' b) 'For Whom the Bell Tolls.' Der Hintergrund der Lage in Ruanda wird dargestellt im Interview: 'A Murder in Congo'

Die URLs dieser Artikel sind:

http://emperors-clothes.com/analysis/rwanda.htm

http://emperors-clothes.com/articles/jared/tolls.htm

http://emperors-clothes.com/interviews/congo.htm

4)Eine wichtige Beweisfrage ist: Was hat Herr Milosevic gesagt? Hat er die Serben dazu angehalten, Verbrechen des Hasses auszuüben, wie es die westlichen Medien behaupten? Oder hat er ethnische Zusammenarbeit und Einheit gegen die NATO gepredigt? Die Antwort werden Sie nicht in den Massenmedien finden, die es fertigbringen, das was er gesagt hat anzugreifen, ohne ein Wort zu zitieren. Einer der wichtigsten Texte ist „Milosevics Rede 1989 im Kosovo, die berühmte Amselfeldrede", surfen Sie zu: http://emperors-clothes.com/articles/jared/milosaid.html

***

DRINGLICHER AUFRUF! (11. Juli 2001)

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Fern- und Überseegespräche führen wir für Interviews (wenn wir einen Dolmetscher brauchen, sind sie umso aufwendiger), Beratungen mit Autoren, um den Wahrheitsgehalt von Informationen zu überprüfen und um Probleme bei Übersetzungen zu klären. Wir sind auch Medien außerhalb von Emperor´s Clothes behilflich.

Mittels Ferngesprächen standen wir in ständiger Verbindung mit den Menschen, die das Haus von Präsident Milosevic bewachten, als es am 28. und 29. März angegriffen wurde. Deshalb konnten Sie genaue Berichte auf Emperor´s Clothes lesen – der einzigen ehrlichen Quelle für wahre Berichte.

Nach diesen Angriffen konnten wir direkt mit Menschen sprechen, die an den Verhandlungen zwischen Präsident Milodevic und den derzeitigen serbischen Behörden beteiligt waren. So wussten wir aus erster Hand, dass der Bericht der „New York Times" über angebliche Selbstmorddrohungen Milosevics erlogen war.

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