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[Des Kaisers Neue Kleider]

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Bushs Pressekonferenz: Richtung Abgrund
von Rick Rozoff
[Rick Rozoff ist ein Journalist von Emperor's Clothes]
[geposted 17. September 2001]
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Wie viele von Euch habe ich gerade die Pressekonferenz von Präsident Bush im Weißen Haus über die grauenhaften Ereignisse von gestern in New York City und Washington D.C. gesehen.

Bush und die Bundesregierung der Vereinigten Staaten haben offiziell den Krieg erklärt...es ist nur nicht klar gegen wen.

Nachfolgende Berichte deuten an, dass Bush vor den US Kongress treten wird, um den War Powers Act (Gesetz über die Kompetenz der Kriegführung) in Anspruch zu nehmen. Dieses Gesetz wurde 1970 vom Parlament verabschiedet, um die Macht des Präsidenten, einen Krieg einseitig und eigenmächtig einzuschränken. Es wurde aber als wirksamer Einschränkungs-Mechanismus genau dann außer Kraft gesetzt, als es im April 1999 zur Anwendung hätte kommen sollen, als nämlich die Regierung Clinton, zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, mit ihrem Antrag, den Krieg gegen Jugoslawien fortzusetzen, im Kongress mit 213 gegen 213 Stimmen scheiterte. Eine Stunde nach dieser Abstimmung erschien ein Sprecher von Clintons National Security Council im nationalen Fernsehen und kreischte, dass die Bombardierung nicht nur nicht gestoppt werden würde, sondern dass sie intensiviert werden würde.

Indem der US Kongress dieses grobe Diktat akzeptierte und trotz allem die Mittel für diesen gesetzeswidrigen Krieg bewilligte, signalisierte er definitiv das Ende der Rolle der gewählten Vertreter als Inhaber der Verfassungsmacht, die den Präsidenten als oberste Exekutive überwachen und leiten sollte. Letzterer wird dadurch zu einem monarchischen Präsidenten, der in Zukunft autark über illegale militärische Aktionen und Aggressionen im Ausland entscheidet.

Er scheint, dass jede nachfolgende amerikanische Regierung die Schwelle für bewaffnete Abenteuer und Katastrophen neu und tiefer festlegt.

Wie uns alle Nachrichten Kommentatoren versichern, wird Bush nahezu einstimmig die "carte blanche" erteilt werden, die ihn ermächtigt, Militärfeldzüge zu unternehmen wann, wo und gegen wen es ihm zweckmäßig erscheint.

Der US Kongress, Republikaner und Demokraten, Konservative und Liberale, erklärte Bellizisten und angebliche Progressive der politischen Klasse, werden ihm bewilligen, was immer er verlangt: Die Geldmittel und die Unterstützung, jedes Land (oder Länder) anzugreifen, sogar die, die nicht im Entferntesten etwas mit dem gestrigen Alptraum zu tun haben, sowie die Verwendung jeglicher Waffen, konventioneller und anderer, die einzusetzen er sich entschließt.

Herr Bush wird bald ausgestattet sei - und zwar durch diese Ansammlung von Politikern auf dem Capitol Hill, die gestern spontan im Chor die Nationalhymne sang (direkt aus der Schlussszene des revanchistischen Hollywood - Films "Der Hirschjäger") - mit einem in Höhe und Zeit unbegrenzten Blankoscheck, einen permanenten Krieg, einen Krieg ohne Ende zu führen.

Das Weiße Haus und die zählebigen Loyalisten auf beiden Seiten des Kongresshauses haben (ohne dass irgendeine "Spaltung" in der Außenpolitik, von der wir immer wieder vernehmen, in Erscheinung getreten wäre) das Gespenst des Osama bin Laden herbeigerufen, um die hasserfüllte und rachesüchtige öffentliche Stimmung hinter sich zu scharen und um das so oft evozierte "Böse" zu personifizieren, welches die Vereinigten Staaten und gemäss Präsident Bush "alle demokratischen und freiheitsliebenden Menschen" (die alle auf der angeblichen Abschussliste von Herrn Bin Laden stehen) bedroht.

Des weiteren, und es lässt nicht Gutes erwarten, droht Bush nicht nur mit einem Angriff auf die aktuellen Übeltäter der gestrigen Attacke (wer immer sie sein mögen) sondern auch auf "ihre Zufluchtsorte". Nicht gegen die, die ihnen angeblich Zuflucht gewähren, sondern gegen ihre Zufluchtsorte.

Um konsistent d.h. ehrlich zu sein, müsste Bush diejenigen benennen, die den Schurken dieses gefährlichen Melodrams, Osama bin Laden, bis anhin unterstützt haben, und die Legionen von US Geheimdienstmitarbeitern könnten Bush ohne weiteres darüber informieren.

Bin Laden arbeitete Hand in Hand mit der CIA, seit den frühen achziger Jahren, bei der Errichtung seines Maktab al-Khidamar - Neztwerks zur Geldbeschaffung und zur Rekrutierung von Jehadis, der sogenannten afghanischen Araber, die auf ca. 10'000 Mann stark geschätzt wird. Das Ziel war der Sturz der säkularen Demokratischen Republik von Afghanistan.

Bin Laden war ein gemeinsamer Operativer der CIA und des pakistanischen Inter-Service-Geheimdienstes und diese Organisationen unterstützen und kontrollieren ihn und seine aktuelle Operation "Al-Qaida" immer noch. So behauptet es die Afghanische Nördliche Opposition, so behaupten es auch Russland und Indien.

Die Operation "Al-Qaida" wird von Pakistan, Saudi Arabien und den Vereinten Arabischen Emiraten unterstützt... alle drei loyale US- und britische Klienten und Empfänger von anglo-amerikanischer, militärischer Protektion und großzügiger Waffenlieferungen. Wenn also Bush nach Zufluchtsorten sucht, die er bombardieren kann, so weiß er, wo sie sich befinden.

Und er weiß auch, wo sie sich nicht befinden.

Aber wo und wer sie nicht sind, genau das werden die wahrscheinlichsten Ziele sein: Irak, Syrien, Libyen und Iran.

Alle vier haben nicht nur nach vernünftigem Ermessen keine Verbindungen zu Bin Laden sondern lassen sich laut als seine und seiner Aktivitäten Gegner vernehmen; sie sind tatsächlich potentielle Opfer derselben.

Gestern war aus irgendeinem Grunde am amerikanischen Fernsehen die Tonbandaufnahme einer Stimme zu hören, die sagte: "Bin Laden, der Truppen in Somalia, Bosnien, Tschetschenien und Kosovo unterstützte..."

Diese Verbindungen wurden nie unterbrochen und das Frankenstein-Monster der CIA erfüllt immer noch seine Dienste.

(Übersetzung aus dem Englischen: Jost Lang)

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Weitere Quellen:

1) Washington zeigt auf Osama bin Laden als "Verdächtiger Nr. 1". Aber was die entsetzliche Gewalttätigkeit von gestern in New York und Washington betrifft, wird der amerikanischen Bevölkerung nicht die Wahrheit gesagt.
'Washington Created Osama bin Laden' by Jared Israel can be read at
http://emperors-clothes.com/articles/jared/sudan.html#w

2) Wenn man genau hinschaut, kann man in den westliche Medien Beweise dafür finden, dass sich Osama bin Laden auf der von den USA unterstützen Seite in Kosovo, Bosnien und jetzt Mazedonien engagiert hat.

3) Bin Laden wurde an die Macht katapultiert als Teil der US-Kampagne, islamistische Terroristenbewegungen zu kreieren, um die Sowjetunion zu vernichten. Siehe dazu die wirklich erstaunliche Darstellung der "Washington Post": 'Washington's Backing of Afghan Terrorists: Deliberate Policy.' at
http://emperors-clothes.com/docs/anatomy.htm

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