Glaubhafte Täuschung

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USA lehnen Untersuchung der bombardierten Fabrik ab

Ein ziemlich großer Unterschied zu

USA behaupten, dass Irak die Produktion chemischer Waffen in Sudan unterstützt hat

 Seit dem 25.8.1998 hat die NY Times nur einen Artikel über die “Verbindung zu Bagdad” publiziert. Dieser Artikel erschien am 26.8.1998 auf Seite 8. Die Überschrift lautete:

Irakischer Nervengashandel mit Sudan berichtet

Hier der Beginn dieses Artikels:

Am Ende des Golfkriegs 1991, als der Sudan einer der wenigen verbliebenen Freunde Iraks auf der Welt war, traf die Regierung hier ein Abkommen mit Bagdad, sagten ausländische Diplomaten und Sudanesen heute. Als Gegenleistung für irakische Finanzhilfe und Unterstützung durch militärische und zivile Experten stimmte der Sudan einer Nutzung seiner Einrichtungen durch irakische Techniker für die Produktion chemischer Waffen zu, sagten sie. (NY Times, 26.8.1998, S. A8)

Das ist reines Gewäsch. Es wird berichtet, dass irgendetwas unbestimmtes sich irgendwo im Sudan vor acht Jahren ereignet haben könnte, oder sonst irgendwas - kein Beweis kein bestimmtes Ereignis. Und die Leute, die der NY Times das oder sonst irgend etwas erzählt haben, werden nicht genannt.

Der erste Absatz, der am ehesten gelesene Teil einer Nachricht, sagt gar nichts aus: nach dem Golfkrieg “war der Sudan einer der wenigen verbliebenen Freunde Iraks auf der Welt“. Das dient rein dazu, der vagen Aussage Glaubwürdigkeit zu verleihen: „Die (sudanesische) Regierung hier traf ein Abkommen mit Bagdad“. Wie üblich in der Gerüchteküche wird hier ein Eindruck erzeugt, ohne dass Beweise vorgelegt werden.

Die Wahrheit steht ganz hinten

Die Fakten finden sich ganz am Ende des Artikels in Absatz 30, und diese Fakten widersprechen dem vorher Gesagten:

Der irakische Vertreter bei der UNO wies die Beschuldigung zurück. „Irak hatte pharmazeutische Verträge mit der Regierung des Sudan und ich nehme an, dass in dieser Fabrik diese Medikamente produziert worden sind ... In diesem Bereich hatten wir also Handelsbeziehungen“, sagte der Vertreter des Irak. Der NY Times wurden Kopien einer irakischen Bestellung vorgelegt ... eines Medikaments, das für die Wurmbekämpfung bei landwirtschaftlichen Nutztieren eingesetzt wird ... genehmigt vom Sanktionskomitee des Weltsicherheitsrats. (NY Times, 26.8.1998, S. A8)

Irak hatte also eine legale medizinische Verbindung zur Shifa-Fabrik. Die Recherche der NY Times stieß sogar auf beweiskräftige UNO-Dokumente. Warum steht diese wichtige Neuigkeit nicht auf Seite eins, mit einer dicken Schlagzeile? Schließlich widerlegt sie die Behauptung der US-Regierung, die am Vortag auf der Seite eins gebracht worden war. Warum wird sie stattdessen am Ende eines Artikels versteckt, der die Regierungsposition vertritt, die durch diese neue Information unglaubwürdig wird? Und warum ist der Artikel nicht logisch aufgebaut? Warum wird die wesentliche Nachricht nicht an den Anfang gestellt und die Gerüchte ans Ende? Und sollte die Überschrift nicht anders lauten, etwa:

Irak bestellte Tiermedizin von bombardierter Fabrik

Oder sogar

 In Widerspruch zu Behauptungen der US-Regierung legale Verbindung zu Shifa-Fabrik

Seit dem 26. August 1998 habe ich in der NY Times keinen Hinweis darauf gefunden, der Irak produziere Nervengas im Sudan. Die NY Times hat die Originalgeschichte auch nicht widerrufen. Wie können unsere Führer eine Fabrik bombardieren, eine Rechtfertigung dafür präsentieren, zu einer anderen Rechtfertigung umschwenken und die neue Rechtfertigung genauso fallen lassen? Und wie können unsere Zeitungen diese Windungen und Wendungen ohne ein Wort der Kritik präsentieren? Sind die Argumente der US-Außenpolitik eine Art Werbesprüche, die ausprobiert und ausgewechselt werden, wenn sie nicht funktionieren? Ist die NY Times eine Werbeagentur?

 Ist es nicht das eine, wird´s halt das andere sein ...

Am 27. August tauchten neue Probleme auf: Die Chemikalie, die die USA als Rechtfertigung für ihre Bombenangriffe auf eine sudanesische Fabrik in der letzten Woche präsentierten, kann auch für die Herstellung kommerzieller Produkte verwendet werden, gab heute die internationale Organisation bekannt, die das Abkommen über verbotene chemische Waffen kontrolliert. Die USA hatten darauf bestanden, die chemische Substanz, die außerhalb der Fabrik gefunden wurde, könne nur bedeuten, dass in dieser Fabrik das Nervengas VX hergestellt werden sollte. (NY Times. 27.8.1998, S. 1) Beachten Sie, dass die NY Times zwar diese Neuigkeit berichtet, die der Position der US-Regierung schadet, aber weiterhin als selbstverständlich die Behauptung der Regierung akzeptiert, diese habe Spuren von Empta außerhalb der sudanesischen Fabrik gefunden. Die NY Times erinnert die Leser nicht an die Weigerung der USA, eine unabhängige Untersuchung dieser Behauptung durch den Sicherheitsrat zuzulassen. Begraben im letzten Absatz des gleichen Artikels findet sich eine Bombe. Thomas Carnaffin, ein britischer Ingenieur, der als technischer Überwacher während des Baus der sudanesischen Fabrik 1992 – 1996 arbeitete, sagte, er hätte nichts gesehen, was darauf hingedeutet habe, in dieser Fabrik solle Nervengas produziert werden: “Ich denke ich war in jedem Winkel dieser Fabrik”, sagte er in einem Interview in seinem Haus in England. „Es war keine Fabrik mit Sicherheitsauflagen. Man konnte überall frei herumgehen und niemand versuchte, einen aufzuhalten.“ (a.a.o., S. 8) Am 28. August erhoben sich auf der ganzen Welt immer lautere Proteste, nachdem sich in zunehmendem Ausmaß herausstellte, dass die Regierung gelogen hatte. Ein Artikel in der NY Times erklärte, das chemische Analytiker Roundup, das Unkrautgift, leicht mit Empta, dem Nervengasbestandteil verwechseln könnten. Benutzte die Regierung die NY Times, um ein neues Gerücht in die Welt zu setzen, falls es die Nervengasgeschichte nicht weiter aufrecht erhalten konnte? „Oh es war Unkrautgift! Tut uns leid!“ Der ehemalige technische Überwacher Thomas Carnaffin wurde neuerlich zitiert: Die Fabrik “war gar nicht geeignet für die Herstellung chemischer Waffen”, sagte Tom Carnaffin, ein britischer Ingenieur, der als technischer Leiter beim Bau der Fabrik 1992 – 1996 eingesetzt war. „Die Arbeiter dort mischten vorgegebene chemische Substanzen zu Medizin“, sagte er, „und hatten gar keinen Platz, um andere Chemikalien zu lagern oder herzustellen.“ (a.a.o., 28.8.1998)  

 Der Präsident spricht …

Am 29. August 1998 unternahm die Regierung einen Versuch der Schadensbegrenzung. Die NY Times brachte eine Geschichte unter der Überschrift: Unrichtigkeiten in der US-Darstellung lassen Fragen am Angriff auf den Sudan aufkommen Darin wurde der Präsident zitiert, der sein tiefes Mitgefühl für die Arbeiter in der Pillenfabrik zum Ausdruck brachte. Vor einer Woche hatte der den Platz in einen Trümmerhaufen verwandelt, aber jetzt wollte er die Menschen in Amerika wissen lassen, welche Sorgen er sich gemacht hatte. Diese zum Beispiel: Mr. Clinton sagte heute, er sei wach geblieben “bis 02.30 am Morgen (vor dem Bombenüberfall), um absolut sicher zu sein, dass in dieser chemischen Fabrik nachts nicht gearbeitet werde.“ … Er fügte hinzu: “Ich wollte nicht, dass irgendeine Person, die mir zwar nichts bedeutet, aber vielleicht eine Familie zu ernähren und ein Leben zu leben hat, und wahrscheinlich nicht die leiseste Idee hatte, was dort noch alles vorgegangen ist, unnötig sterben sollte.” (NY Times 29.8.1998, Seite 1, Hervorhebung durch uns)  

... aber vielleicht hätte er besser nichts gesagt?

Stimmt da irgendetwas nicht? Erinnern Sie sich an die ursprüngliche Schlagzeile der NY Times:

U.S. CRUISE MISSILES TREFFEN TEILE EINES TERRORISTISCHEN NETZWERKS IN SUDAN UND AFGHANISTAN

Gleich nach dem Überfall hatte die AP berichtet: Ein höherer US-Geheimdienstvertreter, der nicht genannt werden will, sagte, das sudanesische Ziel, die pharmazeutische Fabrik Shifa werde benutzt, um Grundstoffe für das tödliche Nervengas VX herzustellen. Der Beamte sagte, es gebe keinen Beweis, dass der Betrieb Medikamente für den Handel herstelle. Dieser sei umzäunt und werde vom sudanesischen Militär bewacht. (Associated Press,21. August 1998) Die Fabrik erzeugte Nervengas. Sollte sie auch etwas anderes produziert haben, wurde das geheim gehalten. Das war zumindest die Haltung der Regierung, nachdem die Fabrik zerstört worden war. Wie passt das nun wieder zusammen mit Clintons Bedenken vor dem Überfall? Clinton behauptet, er habe in der Nacht vor dem Überfall nicht schlafen können aus Sorge um einen unbekannten Arbeiter, der „wahrscheinlich nicht die leiseste Idee hatte, was dort noch alles vorgegangen ist“ – in der Fabrik nämlich. Deutet nicht “was noch alles” auf die Produktion von Nervengas hin? Sagt Clinton nicht, er hätte befürchtet, ein Arbeiter würde wahrscheinlich denken, die Fabrik stelle nur kommerzielle Produkte her? Wenn aber nach dem Überfall US-Vertreter (einschließlich Clinton) sagten, sie seien sich sicher, dass die Fabrik keine kommerziellen Produkte herstelle, warum sollte dann ein Arbeiter vor dem Überfall wahrscheinlich glauben, die Fabrik produziere nur kommerzielle Güter? Wie konnte jemand mit nur einem halben Hirn, der in einer Nervengasfabrik arbeitete, einem Ort, der so geheim gehalten wurde, dass er „umzäunt und von sudanesischem Militär bewacht wurde“, einem Ort, in dem es „keine Beweise“ betreffend die Produktion „kommerzieller Medikamente“ gab und der unumgänglich strikte Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen erfordern würde, rein um Diebstahl oder Unfälle zu verhindern – wie sollte eine Person, die in einem derartigen Betrieb arbeitete möglicherweise glauben, das sei keine Waffenfabrik? Glaubt Clinton, die sudanesischen Arbeiter sind auf Crack? Oder hält er die Amerikaner für so beschränkt, dass sie nicht daran erinnern, was ihr Präsident von einem Tag auf den nächsten sagt? Clintons Erklärung betreffend seine Gefühle in der Nacht vor dem Überfall kann nicht der Wahrheit entsprechen, wenn er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass die Fabrik Medikamente herstellte. Clinton (und die Regierung) sagten entweder nicht die Wahrheit, als er (und sie) den Überfall auf die Fabrik rechtfertigten oder Clinton sagte nicht die Wahrheit, als er seine Nacht der Gewissenspein beschrieb. Oder er hat vielleicht in beiden Fällen gelogen. Vielleicht lügen sie alle. Vielleicht ist lügen nicht einmal das richtige Wort. Vielleicht benützt Clinton verschiedene Schreiber, die nicht miteinander sprechen. Vielleicht sind die Erklärungen unserer Regierung reine Werbesprüche, und Zeitungen wie die New York Times sind nur höherwertige Werbemedien als der ganze Werbekram, den sie in unsere Briefkästen stopfen und der uns die Vorteile von irgendwelchem Quatsch und Klopapier erklärt. Die Geschichte von Clintons Nacht der Gewissensbisse war überschrieben mit “Unrichtigkeiten in der US-Darstellung“. Nette Überschrift, aber hätten die NY Times nicht besser die Unrichtigkeiten in der US-Darstellung behandeln sollen? Wenn sie nur in ihrer eigene Zeitung vom Tag nachgesehen hätten, an dem sie über den Angriff berichteten, hätten sie herausgefunden, dass die Clintons Nacht der Gewissenspein-Geschichte keinen Sinn ergab. Denkt niemand bei der New York Times? Oder ist diese Kritik unfair? Denken sie sich in Wirklichkeit die beste Methode aus, mit der sie die US-Außenpolitik verkaufen können?

Wenn du die wirkliche Einstellung der Mächtigen kennen willst, lies ihre Worte

Bill Clinton ist ein Verkäufer par excellence in einer Nation, die das Geschäft liebt. Am besten liest man, was eine solche Person zu sagen hat, statt ihn im TV zu beobachten, damit man nicht von seiner Stimme und seinem Gesichtsausdruck abgelenkt wird uns sich auf den Inhalt konzentrieren kann. Im oben erwähnten Zitat behauptet Clinton, er habe sich Sorgen gemacht um einen Arbeiter, “der ein Niemand für mich sein könnte”. Wenn er solche Dinge im TV sagt, schaut er ernst und betroffen drein, teils besorgter Vater, teils junger Hund. Liest man die Worte gedruckt, ergibt sich ein anderes Bild: „ein Niemand sein könnte“. Kann „ein Niemand sein“ als Kompliment benützt werden? Steht nicht „ein Niemand“ unter dem Sprecher, wird er nicht verachtet? „Arme Susan, sie hat einen solchen Niemand geheiratet.“ „Studiere lieber, Liebling, oder du wirst auch so ein Niemand wie dein Onkel Jim.“ Was wissen wir von diesem Niemand, um den sich der Präsident Sorgen macht? Wir wissen, dass er oder sie Afrikaner ist, eine arme Person, und schwarz. Fallen nicht die meisten Amerikaner in eine oder mehr dieser Kategorien? Sind es nicht diese Gruppen, die Clinton zwecks politischer Unterstützung „ins Visier nimmt“? In ähnlicher Weise sagt Clinton, der Arbeiter „mag eine Familie haben, ein Leben“. Sie denken vielleicht, Clinton sei ein bisschen hart, wenn er sagt, er oder sie hätten „ein Leben“, aber vergessen Sie nicht, dass er von „einem Niemand“ spricht. Denkt der Präsident wirklich so? Oder haben es seine PR-Schreiber wieder einmal vermasselt?  

Technik Nr. 3 - Etikettierung

Etikettierungen sind allgemein gebräuchliche Wörter und Phrasen, die auf eine Person oder Gruppe angewendet werden können und beim Leser eine bestimmte Reaktion hervorrufen. Nehmen wir zum Beispiel die Etikettierung “Widerstandskämpfer”. Diese wurde besonders häufig in den 80ern während des Kriegs in Afghanistan verwendet. Damals schickten die Sowjets Truppen nach Afghanistan. Die Situation war kompliziert, aber Präsident Reagan erkannte einen Kampf zwischen Gut und Böse sofort, wenn er einen sah: die russischen Invasoren und ihre afghanischen Verbündeten waren böse, die von den USA unterstützten islamischen Fundamentalisten waren gut. „Widerstandskämpfer“. Die Presse übernahm Reagans Ausdrucksweise, wodurch die amerikanische Sichtweise dieses Krieges gefärbt wurde. Die Etikettierung “Widerstandskämpfer” verbindet “Heroismus” und “Anstand”. Sie bringt den Film Casablanca in Erinnerung, in dem Ricks Leute zu geheimen Treffen mit dem heroischen Laslo schlichen. Eigentlich entsprachen die Verbündeten der Russen in Afghanistan weit mehr dem Casablanca-Bild als die „Widerstandskämpfer“. Die Russen waren verbündet mit nicht-fundamentalistischen Moslems, die vielleicht die russische Invasion nicht haben wollten, aber verständlicherweise die brutalen und intoleranten „Widerstands“-Fanatiker viel mehr fürchteten. Etikettierungen können schnell wechseln, wenn sich die Politik ändert. “Terrorist” ist eine negative Etikettierung – das Gegenteil von “Widerstandskämpfer”. Sie ist so negativ, dass Angriffe auf „Terroristen“ kaum einer Rechtfertigung bedarf. Das kann sehr hilfreich sein. Nehmen wir etwa nur die Kraft, die in dieser Überschrift vom 21. August 1998 steckt:

U.S. CRUISE MISSILES TREFFEN TEILE EINES TERRORISTISCHEN NETZWERKS IN SUDAN UND AFGHANISTAN

Die meisten von uns haben vor dem 21. August nichts von Osama bin Laden gehört, aber indem er ihn als „den herausragenden Organisator und Geldgeber des internationalen Terrorismus in der Welt von heute“ bezeichnete, beschwor Präsident Clinton Bilder von Wut und Unsicherheit herauf, die eine schnelle, harte Aktion zu rechtfertigen schienen. Es wurde uns gesagt, das Hauptziel der Attacke war nicht nur bin Laden, sondern: „ ... terroristische Anlagen und Infrastruktur in Afghanistan. Unsere Streitkräfte griffen einen der aktivsten Terroristenstützpunkte der Welt an ... ein Ausbildungslager für buchstäblich tausende Terroristen aus aller Welt.“ (NY Times, 21.8.1998, Hervorhebung von uns) Dieses Thema – dass der terroristische Stützpunkt in Afghanistan und die terroristische Fabrik in Sudan durch eine terroristische Organisation vernetzt seien – wird die ganze Ausgabe der New York Times vom 21.8.1998 hindurch wiederholt. Der afghanische “Terroristenstützpunkt” gibt für Clinton natürlich einiges her. Ein „Terroristenstützpunkt“ ist ein Ort, an dem sich Terroristen auf den Krieg vorbereiten, ein „Terroristenstützpunkt“ ist ein legitimes Ziel. Fabriken auf der anderen Seite sind ein Problem. Amerikaner sind empfindlich, wenn Fabriken bombardiert und Arbeiter verbrannt werden. Der Trick: verbinde den Stützpunkt mit der Fabrik. Hier das Argument: vom reichen Osama bin Laden, der hinter den Anschlägen auf die US-Botschaften steht, finanzierte Terroristen haben in Afghanistan einen Komplex von terroristischen Ausbildungslagern errichtet. Die USA, Erzfeind des Terrors, haben die Ärmel hochgerollt und diese Ausbildungslager und eine bin Laden gehörende Fabrik im Sudan zerstört. Die USA haben dadurch den Terroristen in aller Welt eine Botschaft geschickt. Sie können unsere Missiles lesen. Sie werden erbarmungslos gejagt und zerstört werden. Die USA sind auf der Wacht. In all dem steckt eine mythische Qualität, eine sehr amerikanische, die sehr an den Titelsong dieser alten Mighty Mouse-Cartoons erinnert: “Er steht bereit auf See, an Land, hat alles bestens in der Hand.“ Oder heißt es “in der Luft und an Land?” Es klingt jedenfalls total nach Mighty Mouse. Sind etwa die gleichen Autoren am Werk? Aber Halt! Was ist, wenn diese Ausbildungslager falsch dargestellt worden sind? Was, wenn sie von der US-Regierung gebaut worden sind? Was, wenn bin Laden und seine Leute in Wirklichkeit alte CIA-Handlanger waren? Das wäre wohl sehr peinlich, oder nicht? Wenn das wahr wäre, und wenn die New York Times am 21. August gewusst hätte, dass das stimmt, wäre es nicht ein gewaltiger Vertrauensmissbrauch, wenn die New York Times diese Information nicht auf Seite 1 gebracht hätte?

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